Mittwoch, 16. August 2017

Buchtipp | Die 11 Gezeichneten. Das erste Buch der Sterne von Rose Snow

Im letzten Monat habe ich mein erstes Buch des Autorinnen-Duos Rose Snow alias Anna Pfeffer gelesen und war von der Geschichte ganz angetan. Da der Beginn ihrer Selfpublisher-Trilogie so hochgelobt ist und die Thematik ansprechend klag, wagte ich mich direkt in ein neues Abenteuer von ihnen.


Die Zwillinge Stella und Cas wollen gemeinsam mit ihren Eltern in den Sommerurlaub starten, doch diese planen kurzfristig einen Abstecher zu einer Eliteuni, die an den Zwillingen interessiert ist. Auf der Westside University ist nichts wie es zunächst scheint. Die Studenten sind ein wenig übermotiviert und es kommt zu eigenartigen Auseinandersetzungen. Schnell erfahren die Zwillinge, dass nur Studenten mit magischen Begabungen zugelassen werden, und sie die Fähigkeit des Sternenzeichnens von ihren Eltern vererbt bekamen.

Das Cover ist ganz süß, mir gefällt vorallem die 11 aus Sternenstaub, allerdings sieht man schnell bei genauerem Hinsehen, dass die Coverelemente doch sehr zurecht gebastelt sind. Da besteht noch Optimierungsbedarf!

Beim Beginn des Buches weiß man noch nicht, wo die Reise hingehen würde. Die Zwillinge gelangen an die Universität und es passieren eigenartige Dinge, die meisten Studenten benehmen sich ziemlich daneben und man fragt sich, was es mit den Sternen und den magischen Fähigkeiten auf sich hat. So durchlaufen wir mit Stella und Cas die Eignungsprüfungen und den Unialltag.

Dabei lernen wir auch einige Charaktere kennen, bei denen es mir schwerfiel sie immer gleich zuordnen zu können. Teilweise waren die Studenten zu drastisch und überspitzt dargestellt, während andere nur als farblose Randnotiz existierten. Auch die Protagonisten hätten etwas besser ausgearbeitet werden können.

Im Klappentext des Buches wird mit Cedric ein potenzieller Loveinterest für Stella angekündigt, was mich während des Lesens doch immer mehr verwunderte. Cedric ist ein richtiger Kotzbrocken, denkt hauptsächlich an sich und knutscht fremd, obwohl er mit der Unizicke das Traumpaar bildet. Aber natürlich schlägt Stellas Herz höher, wenn sie an ihn denkt. Warum? Die Autorinnen haben mir keinen Grund gegeben Stellas Gefühlen nachempfinden zu können. Es mischt auch noch ein anderer Student mit, den ich beispielsweise viel sympathischer fand und der viel mehr mit Stella interagierte.

Die Idee hinter dem Buch fand ich toll, auch wenn ich in der Umsetzung ab und an das Gefühl hatte, ein paar Elemente irgendwo schon einmal gelesen zu haben. Dennoch haben die Autorinnen ein sehr komplexes Setting aufgebaut, dessen wahren Umfang man sicher erst nach und nach erfassen wird.

Großes Plus war dabei der Schreibsstil. Das Buch hat zwar nur 330 Seiten, aber diese ließen sich wahnsinnig schnell dahinblättern.

Was mich am meisten an "die 11 Gezeichneten" störte, war die Passivität der Protagonistin und der damit einhergehende fehlende Spannungsbogen. Zunächst ist es mir gar nicht aufgefallen, doch je mehr Seiten verstrichen, wurde immer deutlicher wie wenig Stella eigentlich unternimmt, um voran zu kommen. Die Geheimnisse des Buches werden gelüftet, in dem Stella bei ihrer Mutter anruft, Komilitonen trifft oder mit Lehrern plaudert. Dabei erzählen all diese Personen Stella Dinge, auf die sie lieber selbst hätte kommen sollen. Ich erfuhr dies mit ihr und dachte "ah ok, muss ich mir das nun merken, wird das noch wichtig für die Geschichte?"
Ich hätte mir viel mehr gewünscht, dass Stella selbst tätig wird und die Geheimnis aktiv aufdeckt. Das wäre doch so viel spannender geworden. So plätschert die Handlung vor sich hin, da wir alles auf dem Silbertablett präsentiert bekamen. Das fand ich schade und hat definitiv der Geschichte einiges an Potenzial gekostet.

"Die 11 Gezeichneten. Das erste Buch der Sterne" kommt mit tollen Ideen in einem interessanten Setting daher. Besonders gut gefiel mir der kurzweilige Schreibstil der Autorinnen. Leider gab es ein paar Punkte, die Platz nach oben lassen.

3,5/5

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