Donnerstag, 3. Oktober 2013

"Gesetze der Lust" von Tiffany Reisz

Eiskalte Gänsehaut im Paradies der Lüsternheiten.

Bildquelle
 Nach dem ich den ersten Teil "Das Locken der Sirene" wirklich liebte, stand schnell fest, die Fortsetzungen müssen auch ihren Weg auf meinen Nachttisch finden. Ein wenig betrübt war ich nach der Bekanntmachung der Cover. Das erste Buchcover war ja unmöglich zu überbieten, aber das hier ist dann leider doch ein erheblicher Rückschritt. Schade! Das Cover zu "Sklaven der Begierde" bleibt leider ebenfalls dem neuen Stil treu.

Aber nun zum wichtigsten, dem Inhalt: Nach dem Nora zur ihrem Dom, Priester Sören, zurückkehrte, könnte das SM-Glück der beiden nicht größer sein. Als jedoch eine Reporterin auftaucht, um im Leben des katholischen Priesters zu recherchieren und genau die richtigen Fragen stellt, schickt Sören Nora zu Freunden aufs Land. Dort soll sie den 17-jährigen Michael zum Sub ausbilden und dem reichen Erben Griffin zu Diensten sein. Doch zwischen all den lustvollen Erlebnissen kann Nora einen nicht vergessen: Wesley.

Für mich war der Einstieg in die Geschichte ein wenig schleppend. Es braucht ein wenig Zeit bis Nora zu Griffins Anwesen gelangt, aber dann geht auch handlungstechnisch endlich die Post ab. Die Geschichte ist ganz anders gestaltet, als im Vorgänger. Nora ist nicht am Schreiben eines neuen Buches und auch ihre Tätigkeit als Domina ist weitestgehend ad acta gelegt. Ein wenig vermisst, habe ich da schon ihren Lektor Zach aus "Das Locken der Sirene". Doch seine Geschichte ist eben bereits auserzählt. Nichts desto trotz erhält er einen kurzen, urkomischen Cameoauftritt.
Nora ist wie gewohnt bissig, frech, heiß und nicht auf den Kopf gefallen. Dass sie auch die Krallen ausfahren kann, um ihr Revier (Sören) abzustecken, bewies sie eindrucksvoll bei der Reporterin. Sie ist und bleibt eine meiner liebsten Romanfiguren, von der man sich nur wünschen kann, dass es solche Persönlichkeiten wirklich gibt.

Doch Tiffany Reisz schafft es ebenso gekonnt die anderen Figuren in allen möglichen Facetten zu zeichnen. Egal wie groß ihr Anteil an der Geschichte ist, sie erscheinen niemals flach. Besonders berührt hat mich die aufkeimende Liebe von Griffin und Michael.
Doch ihr Meisterstück schrieb Tiffany Reisz mit der Vergangenheit von Sören und seiner Familie. Dort entstanden bei mir eiskalte Gänsehautmomente. Einfach unglaublich!
Der Priester sorgte nun auch hier für ungeahnte Wendungen und bestach mit einer gottgleichen Voraussicht. Ich bin gespannt, was wir von ihm noch erwarten dürfen.

Alles in allem ist "Gesetze der Lust" eine wahnsinnig gute Fortsetzung, die so ganz anders ist, als ihr Vorgänger. Die heißen Szenen sind etwas rarer gesäht, dafür jedoch expliziter. Für mich blieb "das Locken der Sirene" bisher unerreicht, aber dieser zweite Teil hinterlies nichts zum aussetzen. Hoffentlich geht es spektakulär weiter! 

Wertung 5/5 

Dienstag, 1. Oktober 2013

"Fire Within" von Birdy

Wie Birdy aus der Asche...



Nachdem Birdy Debüt „Birdy“ bereits über 50 mal in meiner Playlist rauf und runter lief, musste auch schnell der Nachfolger „Fire Within“ her. Die junge Britin ist einfach ein Ausnahmetalent von dem ich niemals genug haben möchte. Doch betrachten wir die Titel der Reihe nach:

Wings - nachdem die erste Single schon im Radio rauf und runter lief, verschwindet sie nun auch nicht mehr aus meinem Kopf. Ein absolutes Highlight des Albums. Schon allein wegen der Zeilen: "Oh damn these walls. In the moment we´re ten feet tall. I just wanna be by your side. If these wings could fly." 5/5

Heart of Gold – Ein Song so voller Sehnsucht und Trauer, dass man kaum glauben kann, dass diese junge Britin so tiefe Gefühle schon erleben musste. Bei mir ging das Herz aus Gold erst mit mehrmaligem Hören ins Ohr. 4/5

Light me up – ist eine Up – Tempo Nummer, die so auf Birdys Debütalbum nicht zu hören war. Auch dies steht ihrer Stimme gut. Die Zweitstimme am Ende des Chorus ist für mich jedoch etwas unpassend geraten, (erinnert mich an Soulnummern aus den 90ern)  und hätte der Song nicht unbedingt gebraucht. 4/5

Words as Weapons – ist für mich der wohl schönste Song des Albums und zugleich der traurigste, den ich seit langem Hören durfte. Man kann Birdys Stimme förmlich weinen hören. Zur emotionalen Krönung erklingt zum Schluss ein eingängiges Violinensolo. Wen das nicht berührt… 5/5

All you never say – …“is you love me so“  ist in alter Birdy Manier und hätte so auch bereits auf dem ersten Album zu hören sein können. Stimmungsvoller Text und Melancholie in der Stimme. Nichts falsch gemacht. 5/5

Strange Birds – ist mir bisher nicht im Gedächtnis haften geblieben. Der Text und die Grundstimmung sind sehr düster. Unterstrichen wird dies von den recht Birdy-untypischen „wohohohohhos“. Geschmackssache. 3/5

Maybe – ist da schon eine gelungene Abwechselung und lebt von seiner Leichtigkeit, die direkt ins Ohr geht. Ein Song, der von dem erzählt, was alles passieren könnte, wenn man es zulässt. 5/5

No Angel – kursierte im Vorfeld auch schon auf Youtube und zeichnet sich durch seine Pianobegleitung aus. Gewohnte Liebeskummerstimmung, bei der man sich am liebsten Zuhause verkriechen möchte und die Welt einfach draußen vorbeiziehen lässt. 5/5

All about you – ist eine leichte Up – Tempo – Nummer mit toller Botschaft. Ungewohnt schnell kommt Birdy daher, wer den Text komplett erfassen will, muss daher genau hinhören. Doch es lohnt sich. 5/5

Standing in the way of the Light – ist sehr reduziert und fokussiert sich allein auf die einzigartige Stimme und beweist, dass einfach arrangierte Lieder so viel besser sein können. 4/5

Shine – es ist erstaunlich, wie hoch Birdy ihre doch recht volle, tiefe Stimme schrauben kann, ohne dass es schräg  klingt. Ein weiterer Song, der von seinem Text lebt und etwas Anlauf beim Hören braucht. 4/5
Birdy ist ein großartiges Folgealbum für ihr noch großartigeres Debüt geglückt. Ich muss sagen, dass dieses mich wirklich mehr mitreißen konnte, doch dass sieht in einem Jahr wohl auch schon anders aus, wenn das dritte Album hoffentlich ansteht und ich meine Rezension einleiten werde … „nachdem Fire Within bereits 60 mal in meiner Playlist rauf und runter lief…“ 

Wertung 4/5


Mein Highlight des Albums: