Freitag, 26. Juli 2013

"Ein vortrefflicher Schurke" von Sabrina Jeffries

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Minerva kommt leider nicht an Oliver und Jarred heran.

Lady Minerva brachte schon ihre halbe Familien mit ihren Schauerromanen in Verruf. Mit ihnen verdient sie zwar recht gut ihren Unterhalt, doch um das Erbe für ihre restlichen Geschwister gewährleisten zu können, muss auch Minerva heiraten. Zusammen mit Giles Masters ersinnt sie eine List. Doch Minerva hat die Rechnung nicht mit ihrer Großmutter oder ihren Gefühlen für Giles gemacht...

Was habe ich mich auf den dritten Teil der Kupplungsgeschichten, um Großmutter Hetty Plumtree und ihre fünf Enkelkinder gefreut. Nachdem mich Olivers und Jarrets Romane so begeistert hatten, war ich besonders auf die Schauerromanautorin Minerva und den Anwalt Giles gespannt, doch ich wurde enttäuscht.

Warum?

Erst einmal nimmt uns Sabrina Jeffries in dieser Geschichte die Momente des Kennenlernens und Vertrautwerdens. Minerva und Giles kennen sich bereits aus ihrer Kindheit, sie duzen sich sogar die ganze Zeit über, (was vielleicht von der Übersetzung so vorgesehen wurde?, doch zu dieser komme ich gleich noch.)wodurch es kaum noch Distanzen zwischen beiden gibt, das große Bauchkribbeln blieb bei mir da leider aus. Ein Fakt, der gerade die Vorgänger so besonders für mich machte.
Es geht auch recht schnell zwischen beiden, sie vereinbaren als List eine Verlobung, küssen sich stets und gehen etwas weiter. Dadurch müssen sie auch ziemlich bald heiraten, was in den anderen Romanen der Höhepunkt der Geschichte darstellte, passiert hier mittendrin. Dies hätte auch garnicht weiter tragisch sein müssen, wenn Sabrina Jeffries für die andere Hälfte des Buches etwas mehr Drama und Problematik übergehabt hätte.
Was mich verwirrte, war die Selbstverständlichkeit, mit der am Anfang von Giles Problemen mit dessen Vater und Bruder berichtet wurde. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die Geschehnisse in den ersten Teilen schon behandelt wurden, wovon ich aber nicht überzeugt bin, weil Giles in ihnen kaum eine Rolle spielte. Die damit verbundene Spionagethematik blieb recht dezent und unausgegoren.
Ich bin sonst niemand, der zu sehr auf den Übersetzungen herumhakt, doch hier gab es gerade in einer Liebesszene einige Schnitzer, die einfach die Atmosphäre zerstörten. Sinngemäß "beglückte" Giles in einem "Nachthemd" gekleidet Minerva mit seiner "Standarte". (S.291ff.)Das passt einfach nicht zum recht zeitgemäßen Stil des Romanes und auch nicht zur modernen Aufmachung des Verlages.

Nach langem Gemecker bin ich auch noch die Dinge schuldig, welche mir wirklich gefallen haben. Zum einen ist da Minerva als tolle, kluge und selbstständige Protagonistin. Eine Autorin war für mich bisher noch nicht so oft im Historicalgenre anzutreffen.
Der Prolog, in dem ihr Verlieben in Giles über die Jahre hinweg geschildert wird, war so romantisch und hat mir das lang ersehnte Herzklopfen bereitet.
Ein Pluspunkt der Geschichte ist, neben Sabrina Jeffries lockerem und witzigen Stil, die Zeit, welche sie den Protagonisten zusammen gibt. Giles und Minerva sind während der Geschichte stets zusammen oder treffen auf ihre Familie, was immer wieder urkomisch ist.
Am Ende gibt es dann auch noch recht spannende Wendungen im Mordfall der Eltern. Ich bin gespannt, was vor 20 Jahren passierte.

Leider konnte mich "ein vortrefflicher Schurke" nicht so mitreißen, wie die ersten beiden Teile. Mir fehlten einfach das Herzklopfen und die großen Konflikte zwischen Giles und Minerva. Leider! Deswegen gibt es von mir auch nur vier Sterne, doch der Roman ist immer noch eine ganz große Unterhaltung mit gehörigem Wohlfühlfaktor. Ich freue mich auf den Oktober, wenn es schon mit Gabe und Virginia weitergeht! 
Wertung 4/5

Hier ist die komplette Reihenfolge:
1. Lord Stonevilles Geheimnis (Oliver & Maria)
2. Spiel der Herzen (Jared & Annabel )
3. Ein vortrefflicher Schurke (Minerva & Giles)
4. Eine Lady zu gewinnen (Gabe & Virginia)
5. A Lady never surrenders (Celia & Jackson Pinter)

"Die Macht der Angst" von Shannon McKenna

Berührend - berauschend - begeisternd - Kev und Edie!

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Kev Larsens Erinnerungen beschränken sich auf die vergangenen 18 Jahre, die Menschen und Ereignisse aus seiner Kindheit und Jugend hat er vergessen. Nach einem Menschenexperiment mit Gedächtnisübertragung, dem er zum Opfer fiel, veränderte sich sein Leben. Halbtot fand ihn der alte Ranieri und gab ihm eine Chance auf ein zweites, neues Dasein. Als er zum ersten Mal die Comicbücher der Grafikkünstlerin Edie Parrish erblickt, deren Titelheld nach seinem Ebenbild erschaffen wurde, entdeckt er endlich eine Verbindung in seine vergessene Vergangenheit. Was er noch nicht ahnt, ist, dass seine Familie, die McClouds, auf der Suche nach ihm sind...

Oh ja, lange sehnt ich Kevins Roman herbei, wohl wissend, dass die Geschichte um Seans verschollenen Zwilling bahnbrechend sein würde. Dementsprechend bombastisch ist auch der Umfang des Romans ausgefallen, worüber ich mich nur freuen konnte, desto mehr von den McClouds und Freunden, umso besser!
Die Handlung teilt sich grob in drei Stränge.
Da ist zum einen die Zusammenführung von Kevin und Edie, worauf uns die Autorin wirklich lange hinarbeiten lässt, denn beide wechseln ihr erstes Wort erst auf Seite 139! Danach geht es aber gewohnt zügig und heiß zur Sache.
Zum anderen erfahren wir von den Machenschaften der beiden Bösewichte Ava und Desmond, die als irre Forscher Menschen zu Sklaven für ihr perfides Treiben machen wollen. Diese Thematik begegnete uns bereits in Seans und Livs Roman und erfährt hier ihren spannenden Höhepunkt. Dieser Teil ist mal wieder nichts für schwache Nerven.

Ein kleines Highlight für mich war die Handlung um den McCloud-Clan. Seit Tams Geschichte ist ein wenig Zeit vergangen. Sämtliche Brüder und Freunde sind mittlerweile zu Nachwuchs gekommen oder stehen kurz davor. Die Einführungsszene dafür ist einfach nur göttlich, wie Sean durch Kindergeschrei geplagt den Babysitter spielen muss! Man muss auch wirklich aufpassen, um bei den ganzen neuen Kindern nicht den Überblick zu verlieren.
Wie die Sippe schließlich zur Entdeckung von Kevs Existenz kommt und sich auf die Suche nach ihm begibt, ist fantastisch zu lesen. Mein Lieblingspärchen Sean und Liv bekommen hier einen wichtigen Part zugeschrieben.

Auffällig bei den Protagonisten ist, dass Kevin so gar nicht dem Temperament und Humor seines Zwillings entsprechen will. Gerade zu Beginn ist er eine sehr düstere Erscheinung, die sich eher nach dem Tod als dem Leben sehnt. Doch durch Edie läuft er zu Hochtouren auf. Das Aufeinandertreffen mit seinen Brüdern dürfte wohl keine Anhängerin der Reihe kalt lassen!

An Edie hat mir besonders ihre übernatürlich Gabe gefallen und was für Probleme sie mit sich bringt. Die Künstlerin erhält beim Zeichnen eines Menschen nämlich Einblicke in seine Zukunft. Der Umstand, dass sie als Comicbuchautorin ihren spärlichen Unterhalt verdient, obwohl ihr Vater Milliardär ist, macht sie umso sympathischer. Aber bei der grausamen Familie muss man der 29-Jährigen nur Respekt und Sympathien entgegenbringen.

Die Einführung eines neuen Charakters ist mehr als geglückt: Im nächsten Teil wird dann Bruno Ranieri, Kevs selbsternannter Ziehbruder, unter die Haube gebracht. Darauf bin ich mächtig gespannt, denn der Gute offenbarte bereits eine große Prise Humor und Verschrobenheit - fast wie in alten Sean-Zeiten!

Was einigen vielleicht nicht so zusagen könnte, ist der doch sehr flinke Beziehungsverlauf von Kev und Edie. Die Autorin lässt viel innerhalb eines halben Tages passieren und lässt so einige Kondome in Mülleimer wandern... Aber, was in den vorangegangenen sechs Bänden schon praktiziert wurde, wird sich auch demnächst nicht mehr ändern, und mal ehrlich, dafür lieben wir diese Serie doch auch! ;-)

Ich bin mal wieder schwer begeistert von Shannon McKennas neuestem Werk und finde es sogar einen Ticken besser als Tams und Vals Geschichte. Beide Charaktere haben hier ein paar Probleme weniger mitgebracht und auch die etwas reduziertere Thrillerhandlung hat dem Roman gut getan. Die Autorin hat den Spagat geschafft und den McClouds auf äußerst emotionale Weise ihren verschollenen Bruder zurückgebracht. Dafür gibt es von mir die volle Anerkennung!
Wertung 5/5

Reihenfolge der McCloud Serie:
1.Die Nacht hat viele Augen (Seth MacKey + Raine Cameron)
2.In den Schatten lauert der Tod (Connor McCloud + Erin Riggs)
3.Blick in den Abgrund (Davy McCloud + Margot Vetter)
4.Sünden der Vergangenheit (Sean McCloud + Olivia Endicott)
5.Spiel ohne Regeln ( Nick Ward + Becca Cantrell)
6.Stunde der Vergeltung (Val Janos + Tamara Steele)
7.Die Macht der Angst (Kev Larsen + Edie Parrish)
8.Flammen der Rache (Bruno Ranieri + Lily Parr)Januar 2014
9.One wrong move (Nina Christie + Alex Aaro)
10.Fatal Strike (Miles + Lara Kirk) September 2013
11. Momentan schreibt die Autorin an Svetis Geschichte.

Montag, 15. Juli 2013

Robert Francis "Strangers in the First Place"

Der Soundtrack eines ländlichen Sommers.

Von Robert Francis kannte und liebe ich in erster Linie "Junebug" als ich zufällig auf sein aktuelles Album stieß und reinhörte, war klar, "Strangers in the first Place" könnte der Soundtrack meines Sommers 2013 werden.
Aber der Reihe nach...
TUNNELS ist ein leichter Einstieg, der gleich einmal klarstellt, was Roberts Stimme zu leisten vermag. Die Harmonien sind sehr melodisch und werden von einzelnen instrumental Einsätzen in die Höhe geschaukelt. Eine tolle Dynamik! 5/5

SOMETHINGS NEVER CHANGE strotzt vor Weisheiten und lebt von seinen Lyrics, der Chorus lädt dann auch zum Mitsingen ein. 4/5

PERFECTLY YOURS hört man Robert Francis Wurzeln sehr an. Hier kommen Country- und Folkelemente heraus, die beim Hören mental auf weite, amerikanische Landstraßen versetzen. Toll. 4/5

ALIBI ist dafür der nächste Vertreter. Instrumental sehr reduziert, vereinzelt ist eine Mundharmonika zu hören, konzentriert sich der Song vor allem auf Roberts Stimme. Passend dazu ist auch die weibliche Zweitstimme, die das ganze perfekt ergänzt. Etwas befremdlich klingt es jedoch, wenn Robert auf einmal "when I loved you as a child" ins Mikro haucht... 4/5

EIGHTEEN ist vom Stil her ein wenig anders geraten und eines der Highlights des Albums. Sehr gefühlvoll vereint sich hier Robert auch wieder mit der weiblichen Zweitstimme und zusammen singen beide ein Liebeslied, das nach einer Zugabe verlangt. 5/5

STAR CROSSED MEMORIES kommt dann wieder mit Countryklängen daher und untermalt Roberts melancholische Erzählung einer missglückten Liebe. So leiden musikalische Männer im "Wilden Westen". 4/5

IT FIRST OCCURED TO ME ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Die Gitarren klingen etwas schief, was so gewollt ist, und Roberts Stimme bleibt stets auf einer Lage. 2/5

HEROIN LOVERS ist mein persönliches Highlight auf dem Album. Die Melodien und der Text sind eingängig. Die namenslose, weibliche Stimme bekommt erneut ihren Einsatz und macht den Song zu etwas absolut besonderem. 5/5

I SAIL SHIPS ist ein wundervolles Liebeslied, welches mich im Chorus an eine unplugged Aufnahme von "Muse" erinnert. Ganz großes Kino für die Ohren! 5/5

THE CLOSEST EXIT ist ein etwas schnellerer Song, der sich hauptsächlich auf Gitarre und Gesang konzentriert. Schön, aber nicht ganz eingängig. 3/5

WILD THING fällt vor allem durch die bisher selten eingesetzten Drumms auf und durch Roberts Stimme, die dem ganzen Song einen heißen Touch verpasst. Eine großartige Abwechselung! 5/5

DANGEROUS NEIGHBORHOOD ist zum Abschluss noch einmal ein eingängiger, moderner Countrysong. Der dazu verleitet, sich das Album gleich noch einmal von vorne anhören zu wollen. 4/5

Wer, wie ich, von Robert Francis vordergründig "Junebug" kannte, wird wohl überrascht sein, wie countrylastig "Strangers in the First Place" doch geworden ist. Man muss diese Musikrichtung auf jeden Fall mögen, was ich tue.
Der Amerikaner zeigt, dass Musik auch ohne Autotune und elektronischen Beats gemacht werden kann.
Ganz reduziert auf vielfältige Instrumente und den Gesang, wobei die weibliche Zweitstimme immer für das gewisse Extra sorgte, zeichnet sich das Album durch seine Ehrlichkeit aus.
Für mich hätten es aber gerne ein paar Highlights mehr sein dürfen als EIGHTEEN und HEROIN LOVERS. Doch das ist Geschmackssache und sollte niemanden davon abhalten dieses Album zu seinem ganz persönlichen Sommersoundtrack werden zu lassen! 


Wertung 4/5


Mein Lieblingssong des Albums

Freitag, 12. Juli 2013

"Eternal Riders: Ares" von Larissa Ione

Wie Ares und Cara nicht zimperlich dem Weltuntergang entgegenreiten...

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 Ares ist der erste und bisher mächtigste Reiter der Apokalypse und steht auf der Seite der "Guten", doch wenn sein Siegel bricht, wird er zu War und stürzt die Menschheit in einen ewigen Krieg. Damit dies nicht passiert, ist er auf der Suche nach seinem Siegel, oder Agimortus, und findet es schließlich in Tiermedizinerin Cara. Diese ist nach einem Überfall schon sichtlich traumatisiert, doch als ein verletzter Höllenhundwelpe, Wächter der Aegis und Ares in ihr Heim stürmen, ändert sich ihr Leben von grundauf. Schließlich bleibt ihr mit dem Agimortus in sich nicht mehr viel Zeit zum Leben und wenn sie stirbt, ist auch der Weltuntergang zum Greifen nahe.

Nach dem der erste Teil der neuen Eternal Riders Serie von Larissa Ione ein Jahr lang in meinem Bücherregal auf das Ende der Demonica - Reihe warten musste, konnte ich nun endlich Ares und Caras Geschichte lesen. Die neue Serie baut auf den Geschehnissen des FinalesDemonica: Tödliche Verlockung auf. Die Autorin selbst sieht die Reihe eigentlich als ganzes an, da sie auch im gleichen Universum spielen und die Mitarbeiter des Underworld Generals ihre kleinen Handlungsparts abbekommen.

Ich war ganz begeistert, wie schon lange nicht mehr, beim Lesen der ersten Seiten. Diese Euphorie war vergleichsweise beim Debüt von Larissa Ione (Demonica: Verführt) für mich zu spüren. Mich störten auch keineswegs die viel kritisierten Fantasyelemente, denn mal ehrlich wie soll die Autorin, denn die Apokalyptischen Reiter plausibel einführen, wenn sie dafür kein Hintergrundwissen liefert. Man kann ihr jedenfalls nicht vorwerfen, dass die Handlung und Charaktere zu schwammig seien. Die Geschichten und Mythologien, welche hier bedient und in das 21. Jahrhundert transportiert wurden, empfand ich als sehr fesselnd und gut erarbeitet. Ein kleines Highlight für mich war der Auftritt von Zerberus und Hades im großen Showdown. Toll fand ich auch, wie die Autorin die Pferde der Reiter erscheinen lässt. Für bestes Kopfkino ist also wirklich gesorgt.

Ein klitzekleiner Wehrmutstropfen war für mich der recht schleppende Anfang von Caras und Ares Liaison und die dadurch entstandenen Längen gerade im Mittelteil.

Doch die beiden Protagonisten haben dies gerade zum Ende hin mehr als aufgehoben, gerade was die heißeren Szenen anbelangt. Ein Plus für die Geschichte bilden auch die drei weiteren Reiter. Zum einen Limos, deren dunkles Geheimnis im nächsten Teil gelüftet werden wird, oder Thanatos, der mit Sex sein Siegel brechen könnte. Doch zum anderen ist da noch Reseph, der als Pestilence die Menschheit schon jetzt mit Krankheiten ausrottet. Ich bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht.

Alle, die die Demonica-Reihe mit Spannung verfolgten, kommen auch an den Apokalyptischen Reitern nicht vorbei. Die Fantasyelemente empfand ich als sehr stimmig und wirklich gelungen. Es geht genauso heiß her wie im Underworld General aber doch auch blutiger und brutaler. Doch wer den Weltuntergang nahen sieht, darf eben nicht zimperlich sein!

Wertung 5/5

Donnerstag, 11. Juli 2013

"Venuskuss - erotische Geschichten" von Daria Charon (ebook)

Daria Charon auf Sparflamme...

Ich gebe es gerne zu, ich liebe die Romane von Daria Charon, welche im erotischen Genre wirklich herausragend sind und mit tollen Charakteren und einer romantischen Liebesgeschichte glänzen.
Da nun länger nichts mehr von ihr zu hören war, musste ich mich gleich auf diese Zusammenstellung stürzen und wurde leider enttäuscht, denn vom typischen Daria - Charon - Charme blieb in den Kurzgeschichten nicht viel übrig.
Insgesamt sind fünf Episoden enthalten und ein Bonus.
Da zwingt zum einen eine Putzfrau einem männlichen Model, mit Hilfe eines magischen Rings, ihren Willen auf, oder ein Blinder wird von einer Minderjährigen verführt.
Beide Geschichten sind recht kurz gehalten und nicht explizit, während ich dachte, jetzt kommt das Ganze endlich in Fahrt und wird interessant, da waren die Episoden auch bereits zu ende.
Die dritte Geschichte erinnert eher an einer Traumsequenz und schildert auf wenigen Seiten die Situation am Morgen nach einem One Night Stand.
Die beiden letzten Storys haben mir da etwas besser gefallen. Die eine handelt von einer Putzfrau, die heimlich in einer Tanzschule, in der sie arbeitet, ihre Tanzfähigkeiten trainiert und dabei von einem Profitänzer überrascht wird. Die letzte Geschichte bekommt als einzige emotionale Tiefe verpasst. Eine Anwältin muss alle zwei Monate ihren Klienten, einen berühmten Schriftsteller, besuchen und wird jedes Mal aufs neue, widerwillig verführt.

In der Bonusepisode zeigt die Autorin dann wieder ihr wahres Talent, denn es ist das erste Kapitel ihres neuen Romans "Die Geliebte des Paschas", welcher im Herbst erscheinen soll. Darin stoßen wir auf alte Bekannte, denn es wird die Geschichte von Lady Serena Dexter erzählt, welche in Flucht aus dem Harem: Erotischer Roman ihre Freundin Kate davor bewahrt mit dem verhassten Karim zurück in den Orient zu kehren. Wann genau das Buch erscheinen wird, steht noch nicht fest. Ich kann es aber kaum abwarten.

Von den Kurzgeschichten war ich größtenteils leider wenig begeistert. Nur die beiden letzten und das erste Kapitel zu "Die Geliebte des Paschas" haben Lust auf mehr gemacht. Daher gibt es von mir leider nur drei Punkte.

Wertung 3/5

Sonntag, 7. Juli 2013

Tom Odell "Long Way Down"

Liebe zu einem einzigen Song - Another Love.

Wann passiert es heute noch, dass man beim bewussten Missachten der Werbepause doch aufhorchen und innehalten muss?
Viel zu selten finde ich und war erstaunt auf einmal "Another Love" wiederzuentdecken. Der Song hatte es vor etwas längerer Zeit schon einmal in die Radios geschafft, konnte sich jedoch leider nicht durchsetzen. Und so wurde ich zum Glück wieder auf Tom Odell aufmerksam. Werbung kann also doch manchmal zu etwas zu Gebrauchen sein!
Als ich mir dann einige Bewertungen durchlas, die durchscheinen ließen, dass "Long Way Down" voller melancholischer Songs ist, griff ich zu, denn das konnte ich gerade ganz gut gebrauchen.
Vorab: "Another Love" ist und bleibt jedoch das Highlight des Albums. Aber der Reihe nach...

GROW OLD WITH ME - Es geht verhalten los und die Dynamik des Songs steigert sich zum Ende hin gewaltig. Ein wirklich nettes Liebeslied mit wunderschönen Lyrics, welches den Chor im Hintergrund nach dem Chorus aber wirklich nicht braucht. 4/5

HOLD ME - ist tatsächlich eines der schnelleren Songs des Albums und verbreitet eine tolle Stimmung. "Hold me" lebt von Toms Stimme, die hier zeigen kann, dass sie nicht perfekt ist, sondern einfach nur einzigartig. 4/5

ANOTHER LOVE - dieser Song treibt mir wirklich die Tränen in die Augen. So schmerzvoll ist die Stimme zu einem Text, der von einer missglückten Liebe erzählt. Ein schlichtes Piano begleitet die Melancholie perfekt. Der im ersten Song etwas störende Chor unterstreicht hier das Feeling des Liedes deutlich besser. Zum immer wieder hören! 5/5

I KNOW - von der Grundstimmung etwas schneller und erinnert doch an HOLD ME. Für mich leider somit ziemlich austauschbar geraten und der Text zeichnet sich auch nicht unbedingt aus. Blieb bei mir deswegen nicht lange im Gedächtnis haften. 3/5

SENSE - ist ein Song, der unglaublich langsam angeht und sich nur wenig steigert. Tom Odell erzählt hier schlicht seine deprimierende Geschichte, man muss bei seinem Akzent und vereinzelten Nuschlern genauer hinhören, begleitet wird dies von leichten Pianoklängen. 3/5

CAN'T PRETEND - zeichnet sich durch seine düstere Grundstimmung aus, welche hier von gospelartigen Klängen begleitet wird. Kein Mainstream und sicher auch nichts für alle Hörenden. 3/5

TILL I LOST YOU - geht sofort ins Ohr, spätestens beim Refrain. Macht, trotz Lyrics, eine gute Laune. Einer der herausstechenden Songs des Albums. 5/5

SUPPOSED TO BE - auch hier muss genau hingehört werden, denn auch dieser Song lebt von seinem Text "Just for a moment I felt so free, all I supposed to be". Es gibt nur wenige Höhen und die altbekannten Drumms und Keys machen daraus eine Runde Sache. 4/5

LONG WAY DOWN - der Titelsong ist einer der wundervoll, melancholischen Songs, die Tom Odell einfach am besten zu Gesicht stehen. Einfach inszeniert mit seiner Stimme, die man am besten als "durch" bezeichnen könnte ... oder gezeichnet von Alkohol, Trauer und wenig Schlaf. 5/5

SIRENS - ist der etwas temporeichere Abschluss mit gewohnt bedrückendem Text und sich stets wiederholendem Thema. Einer der einprägsameren Lieder auf "long way down". 4/5

Mittlerweile lief Tom Odells Debüt 14-mal in meiner Playlist rauf und runter, was ich dabei feststellen musste, ist, dass es mit 10 Songs und gerade einmal 35 Minuten Laufzeit verdammt kurz ist.
Durch ihre Reduziertheit auf Toms Stimme, den sich wiederholenden Pianoklängen und vereinzelten Chorelementen fällt es mir schwer in den meisten Songs eine Eigenständigkeit zu finden. Sie erscheinen austauschbar, was schade ist und sicher nicht dem Künstler würdig.
Mein Highlight ist "Another Lover". Hätte ich mir nur diesen Song gekauft, hätte ich leider so viel nicht verpasst.
Insgesamt hätten die Lieder wohl 4 Sterne verdient, doch auf Grund der Kürze gibt es dann doch nur 3 von mir.

Wertung 3/5

Mein Lieblingssong des Albums