Donnerstag, 26. Dezember 2013

"Beautiful Disaster" von Jamie McGuire

Mein Buchflopp 2013...

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 Hier ist er mein Buchflopp des Jahres 2013! Die unehrenvolle Bezeichnung geht an "Beautiful Disaster", welches ich mir ursprünglich aufgrund einer euphorischen Rezension kaufte und diese Entscheidung nun zutiefst bereue. Was für ein Desaster! Und gewiss kein schönes!

Abby und ihre Freundin sind Ersemester am College, bei einem illegalen Box-/ Freestylekampf begegnet Abby erstmalig Travis. Er steht im Ring und schlägt seinen Gegner bis das Blut spritzt ...direkt auf Abbys spießiges Strickjäckchen... Der Beginn einer brutal-bescheuerten Liebesgeschichte....

Es ist schwer an einer Begebenheit festzumachen, was mich am meisten an diesem Buch störte. Eigentlich ging die ganze Kennenlerngeschichte noch recht flott und unterhaltsam über die Bühne, doch sobald der gefährliche, unwahrscheinlich attraktive, alles abschleppende Travis begann sich in das Dummnüsschen Abby zu verknallen, ging alles den Bach hinunter.
Selten habe ich über so eine dämmliche, selbstherrliche, manipulative Protagonistin lesen müssen, wie hier. Zu allem Überfluss besitzt sie auch noch Verbindungen zur Mafia und das Talent die Besten beim Pokern über das Ohr zu hauen, und das schon im Alter von 13 Jahren. Alles klar soweit? Nicht wirklich.

Man kann vielleicht behaupten, dass die Autorin beim Hintergrund ihrer Figuren kein glückliches Händchen besaß, aber charakterlich schießt sie dann erst recht den Vogel ab.
Schlimm genug, dass Abby zeitweilig noch zweigleisig fährt. Sie datet den angehenden Medizinstudenten Parker, lässt sich von ihm nach kurzer Datingphase ein Diamantarmband schenken und flirtet die ganze Zeit über mit Travis und lässt sich ebenso zu ihrem Geburtstag von ihm beschenken. Es gibt einen Welpen, dessen Existenz aber keine große Rolle zu spielen scheint. Er wird mal eben zu Bekannten mit loser Moral, bzgl. Drogen, abgeschoben, wenn der kleine Toto Glück hat, ansonsten ließ man ihn am Ende auch schonmal für ein Wochenende allein zu Haus, oder der Hund muss hautnah miterleben, wie sein Herrchen die Wohnung kurz und klein schlägt, weil ihm die Freundin (mal wieder) abhaute. Wäre das die Geschichte eines realen Hundes, könnte ihm später selbst der Hundeflüsterer nicht mehr helfen.

Abbys Spielball, Travis, ist mindestens genauso schlimm geraten. Er ist gewalttätig und eifersüchtig ohne Ende. Eine schlechte Kombination. Abby, die nebenbei noch das schärfste Mädchen des Colleges sein soll, wird angesehen und Travis verpasst im gleichen Atemzug Fausthiebe. Am Ende färbt dieses Verhalten auch noch ab und der einstige Diamantenjunge wird von der undankbaren Abby direkt mit abgewatscht...bis das Armband klimperte.
Die beiden haben sich absolut verdient und bilden ein absolut unromantisches, unsympathisches, unharmonisches und unverantwortliches Pärchen.

Selbst der Schreibstil der Autorin kann es nicht herausreißen. Diese Geschichte und Jamie McGuire profitierten definititv vom Shades of Grey - Hype, ohne ihn wäre sie sicher nicht verlegt wurden. Dies hier hat damit jedoch nichts zu tun. Die Sexszenen sind langweilig und verklemmt geschrieben, dafür, dass Travis keine Studentin ausließ, scheint sein Können nicht sehr ausgereift zu sein. Eine "kommende Abby" sucht man vergeblich.
Das "Täubchen" kann ich nicht mehr hören, lesen oder sehen - einfach nur grausam dieser inflationäre Gebrauch von despektierlichen Kosenamen!
Was man hier Handlung nennen könnte, ist eine Aneinanderreihung von Streits, Flirts, Brutalitäten und haarstreubenden Ereignissen und das in Dauerschleife, gekrönt von einem schwachsinnigen Ende. Das Wort Desaster beschreibt dieses Buch daher schon recht gut, nur würde ich das Adjektiv austauschen wollen.

Als würde das Übel nicht schon perfekt sein, patzt auch noch der Piper-Verlag und streicht erstmal die "13"(S.283, 1. und 2. Auflage) und schreibt "14. Kapitel" hin. Da hat man super aufgepasst...

Ich kann wirklich kein gutes Haar an "Beautiful Disaster" finden, Vergleiche mit den Buchreihen von Simone Elkeless gleichem einem Schlag ins Gesicht für deren Leserschaft. Dieser Roman schafft es in diesem Fall ganz oben an die Spitze meiner Liste des schlechtesten Buches 2013. Na herzlichen Glückwunsch...

Ps: "Walking Disaster" erzählt die ganze Katastrophe aus Travis Sicht. Klar, dass ich mir das nicht mehr antun werde.

Wertung 1/5

Freitag, 13. Dezember 2013

"Chroniken der Schattenjäger (Band3): Clockwork Princess" von Cassandra Clare

Ein grandioser Epilog macht noch lange kein grandioses Finale.

Das Cover, wie es sein sollte... Bildquelle
 
 Nachdem Tessa Jems Heiratsantrag annahm, und das, obwohl sie auch Will liebt, sind nur wenige Tage vergangen. Doch die Schattenwesen Londons kennen keine Auszeiten oder Hochzeitsvorbereitungen...
Tessas Brautkleid? Zerfetzt im Kampf gegen Mortmains Automaten.
Tessas Verlobter? Ans Sterbebett gefesselt, weil die Vorräte seiner Droge/ Medizin aufgebraucht sind.
Tessas Liebe Nummer zwei? Ist so stark wie eh und ebenso zum Scheitern verurteilt.
Tessa selbst? Ist in die Fänge Mortmains und seiner verbesserten Automaten geraten.
Ein Entkommen? Nicht möglich...

Nach dem mich der erste Teil der Trilogie nicht mitreißen konnte, ich jedoch vom zweiten Band absolut begeistert war, freute ich mich uneingeschränkt auf das große Finale der historischen Schattenjäger Erzählung.
Der erste Dämpfer meiner Euphorie entstand nach dem Anblick der neuen Cover. Die ersten waren schon nicht berauschend, aber die Menschengesichter sind absolut indiskutabel. Warum ändert man überhaupt das Erscheinungsbild der Bücher innerhalb einer Reihe?
Nun ja als ich ebenjenen Umschlag des Grauens abmachte, stellte ich interessiert fest, dass ein Stammbaum eine gute Sache sei, um die ganzen Charaktere wieder einordnen zu können. (Ich lese sehr viel und merke mir daher auch nicht jeden Charakter oder wie er in Verbindung mit den Protagonisten steht.) Blöderweise enthielt der Stammbaum keine Spoilerwarnung und Tessas zukünftiger Partner, der bis dahin ja nicht klar war, sprang mir förmlich ins Auge. Wirklich schade! Ein wenig der Spannung beraubt machte ich mich ans Lesen der 608 Seiten.

Was mir gut gefiel, war das Flair des 19. Jahrhunderts in das Cassandra Clare uns wieder einlud. London, Nebel, alte Gemäuer, kein Strom - das perfekte Setting für eine gute Geschichte, wie ich finde.
Ganz zu Beginn war auch noch der Witz und Esprit der Figuren in den Dialogen zu spüren, wenn Jem und Will sich mit ihren Insiderjokes bombardierten, machte es wirklich Spaß die beiden in ihre Abenteuer zu begleiten. Doch leider hielt die Leichtigkeit nicht lange an und Cassandra Clare begann sich zu verstricken.

Negativ fielen mir die ellenlangen Landschaftsbeschreibungen auf. Will der in Wales Tessas Verfolgung aufnimmt und dabei seitenlang über Hügel, Täler, Berge und das Wetter schwadroniert. Die Autorin hat die meisten ihrer Settings selbst bereist und möchte ihre Eindrücke wiedergeben, so würde ich es auch machen, doch es passierte einfach an den unpassendsten Stellen. Das nimmt dem Erzähltempo natürlich eine ganze Menge an Geschwindigkeit heraus und machte es mir schwer der Geschichte zu folgen. Dass ich für die 600 Seiten länger brauchte, als gewohnt, ist ein weiterer Beweis für die Trägheit des Handlungsverlaufs.
Für mich kam die Geschichte bis zum Epilog ohne große Höhepunkte aus. Das Finale im walisischen Berg blieb hölzern und leicht unbeholfen, die Kampfszenen wirkten mühsam, doch den Vogel schoss die Autorin hiermit ab: nachdem Will Tessa von Jems "Zustand" berichtete, legten sich die beiden erstmal der Länge nach aufeinander - das war Cassandra Clares unblumige Umschreibung für "sie hatten Sex."
Dabei triefen die Dialoge nur so vor kitschiger Liebesbezeugung, dass es mir fast unmöglich machte, die Gefühle der Protagonisten ernst zunehmen. Empathie weckte es in mir leider überhaupt nicht und ich war froh, als sich die Kapitel endlich dem Ende neigten.

Da tauchte auch endlich das Highlight des Buches auf, von dem ich mir wünschte, es wäre die ganze Zeit über so gewesen. Der in der Gegenwart spielende Epilog wurde, nach einer absatzübergreifenden Beschreibung der Blackfriars Bridge, noch hochemotional und tränenreich für mich. Ich war alles andere als enttäuscht von den letzten Seiten und kann Cassandra Clares Wunsch, jedem ihrer Figuren ein Happy-End zu schreiben, mehr als nachvollziehen. Es war schön zu lesen, was aus allen wurde und ich bin wirklich gespannt, ob Tessa und ... (zu großer Spoiler) im letzten Buch der Chroniken der Unterwelt auch noch auftauchen werden. Das wäre für mich eine gelungene Fusion beider Buchreihen.

Der Abschluss der Trilogie "Clockwork Princess" ist für mich leider sehr schwach ausgefallen und konnte an seinen starken Vorgänger nicht anknüpfen. Einzig der Epilog brachte für mich Tessas Geschichte zu einem versöhnlichen Ende und ich bin gespannt, ob wir sie in "City of heavenly Fire" wiedersehen werden. 

Wertung 3/5

Montag, 9. Dezember 2013

"Böses Herz" von Sandra Brown

Böses Herz? Böses Ende.


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 „Je näher die Sonne dem Horizont entgegentrieb und je tiefer sich die Dunkelheit herabsenkte, desto deutlicher wurde, dass sich die Wellen, die der Mord an Marset geschlagen hatte, allmählich zu einem wahren Tsunami wuchsen. Und alles nur wegen diesem Lee Coburn. Den sie finden mussten. Den sie zum Schweigen bringen mussten. Den sie ausradieren mussten.“ (Böses Herz, S.89)

Honor Gilette ist am Backen, als ihre Tochter Emily sie auf den fremden Mann im Garten aufmerksam macht. Die verwitwete Mutter ahnt nichts Schlimmes, als sie nachsehen geht und plötzlich von dem schwerverletzten Eindringling überwältigt und bedroht wird.
Lee Coburn ist als vermeintlicher 7-fach Mörder auf der Flucht und auf der Suche nach einem mysteriösen Gegenstand. Seine Suche führt ihn zum Haus der Gilettes, dessen Frauen (Mutter und Tochter) er kurzerhand als Geiseln nimmt. Dem nicht genug offenbart er Honor auch noch, dass ihr Mann viele Geheimnisse vor ihr hatte und ermordet wurde und nicht, wie immer geglaubt, bei einem Autounfall starb.

Ich liebe die Bücher von Sandra Brown, eigentlich..., doch seit zwei, drei Jahren sehne ich ihren Neuerscheinungen nicht mehr allzu euphorisch entgegen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sie an ihre alten Meisterwerke (wie Trügerischer Spiegel, Weißglut, Blindes Vertrauen oder Die Zeugin)nicht mehr anknüpfen konnte.
Dann doch recht gespannt aufgrund der Inhaltsangabe sah ich "Böses Herz" (grenzwertiger Titel, im englischen mit "Lethal" aber auch nicht aussagekräftiger) entgegen, welches früher als erwartet erschien.

Tatsächlich hat diese Neuerscheinung es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Sandra Brown hält sich auch nicht mit einem ausschweifenden Einstieg auf, sondern versetzt uns sofort in die Szene des ersten Aufeinandertreffens der beiden Protagonisten Lee und Honor. Zwischen den beiden entsteht eine gewisse Chemie, wie ich sie in den letzten Thrillern nicht mehr gefunden habe, dadurch liest sich das Buch sehr flüssig an und ich war etwas gefrustet, wenn Honor und Lee durch die stets auftauchenden Perspektivwechsel für einige Seiten auf die Ersatzbank verbannt wurden.
Die Jagd nach dem Bookkeeper ist recht spannend gestaltet und der blutige Weg zur Aufdeckung des Bösewichtes präsentiert sich in alter Brown-Manier mit vielen Finten und dramatischen Wendungen. Sie schafft es einfach tollen Charakteren ein Leben einzuhauchen, das schicksalhaft, verdorben und wunderschön sein kann.
Ein Pluspunkt war für mich die 4-jährige Emily. Wie in wenigen anderen Romanen zuvor wird die Beziehung der Protagonistin mit ihrem Kind immer besonders innig und zuckersüß beschrieben.

Ein Wehrmutstropfen, welcher zu meiner Bewertung führte, ist das Ende. Es ist nicht ganz stimmig für mich und ich hätte mehr erwartet. Es fühlt sich einfach unfertig an. Doch lest selbst, vielleicht kann es euch ja überzeugen.


Wertung 4/5

Mittwoch, 20. November 2013

The Mentalist (5. Staffel)

Die wohl persönlichste, intimste und beste Staffel bisher!

Die mittlerweile 5. Staffel, um den charismatischen Mentalisten Patrick Jane und dem CBI-Team um Teresa Lisbon, umfasst 22 Episoden und enthält auch die 100. Jubiläumsfolge, welche jedoch nur einen recht unspektakulären Fall um ein räuberisches Pärchen enthält.

Ganz klarer Aufhänger der gesamten Staffel ist stärker als jemals zuvor die Suche nach Red John, dem bösartig-genialen Serienkiller, welcher Janes Familie auf dem Gewissen hat. Hinweisbringend ist dessen ehemalige Geliebte Lorelei Martins, welche mit Jane spielt und leichte Eifersuchtsattacken bei Teresa auslöst. (Ich bin gespannt, ob sie und Jane doch noch auf andere Art "aneinandergeraten".)Von ihr erhält der Mentalist die Spur, dass er Red John bereits kennt, ihm sogar die Hand schüttelte. Also erstellt Jane eine Liste, deren Begrenzung auf sieben Namen ein wahnsinnig spannendes Staffelfinale auslöst und die Ermittlungen für die sechste Staffel einläutet. - Wer nicht abwarten kann, wie es weitergeht, kann vorab bei Wikipedia in der Episodenliste nachlesen, wie die Inhalte der neuen Folgen aussehen. Doch ich zwinge mich auf den deutschen TV-Start zu warten und spoilere nicht...mehr!

Was diese Staffel auszeichnet, sind die Spannungselemente auf der Suche nach Red John, es werden neue mysteriöse Charaktere eingeführt, wie den Homeland Security Agenten Bob Kirkland oder die FBI-Chefin. Szenen werden eingestreut, besonders gern als Cliffhanger, deren Tragweite beim erstmaligen Ansehen nur schwer zu erfassen ist. Die Fälle um Red John und seine Vergangenheit häufen sich und lösen Gänsehaut aus. (Bspw. Episode 8 Miranda oder 14 die Rote Scheune)
Ein Highlight der Serie ist jedoch auch die Ermittlungen um den perfiden Geschäftsmann Tommy Volker, der zeigt, dass es das CBI nicht nur mit Red John zu tun hat, sondern, dass solche Kaliber des Bösen überall lauern. Großartig umgesetzt!

Diese Staffel ist gleichzeitig auch persönlicher als alle anderen zuvor. Der erste Kracher ist das Aufeinandertreffen Janes mit seiner jungendlichen, eigentlich toten, Tochter in Episode 2, welches einem Belladonna-Rausch zu verdanken ist. Am Ende wird eine Sucht angedeutet, doch was aus dieser wurde, blieb offen.
Zeitgleich muss sich Wayne Rigsby mit seinem Erzeuger herumärgern und hat mit seiner neuen Rolle als getrenntlebender Vater zu kämpfen. Highlightfolgen innerhalb der Staffel sind aber auch Episode 5, Wie alles anfing, in der wir erfahren, wie Jane zum CBI kam. Aber auch die Musical Episode 18, Kurz und Schmerzlos, oder Folge 21, Neun Jahre kein Wort, in der wir endlich erfahren, was J.J. La Roche in seiner Brotbüchse im Safe aufbewahrt.

Sämtliche Schauspieler des Stammcasts geben wieder eine überzeugende Performance ab, auffällig verdeckt blieb jedoch Grace Van Pelt, denn Darstellerin Amanda Righetti war zu den Dreharbeiten schwanger und wurde Mutter (getarnt als Fortbildung.) Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich fand das Cho alias Tim Kang etwas aus der Form geraten ist...

Nichts desto Trotz ist die 5. Staffel, welche fünf DVDs umfasst, für Fans der Serie unabdingbar. In den Extras erfahren wir von den Produzenten wie Stuntszenen entstehen und es kommt erneut zum Dialog mit wahren Ermittlern. Alles hochinteressant, ein wenig vermisse ich jedoch die Bloopers (verpatzte Szene), wie sie schon in der ersten Staffel zu sehen waren.

Ich habe nichts auszusetzen und freue mich auf den hoffentlich bald nahenden TV-Start der 6. Staffel mit der Lösung, wer zur Hölle Red John ist! 

Wertung 5/5

"Eternal Riders. Limos" von Larissa Ione

Die einzige Frau im apokalyptischen Reiterstall hat so ihre Mühe und Not...

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Limos ist die einzige Reiterin der Apokalypse, doch steht sie ihren drei Brüdern in nichts nach. Doch das tausende Jahre alte Wesen hat Geheimnisse vor ihnen, deren Auswirkungen das Verhältnis aller kräftig erschüttern sollte. Nichts was die Reiter gebrauchen könnten im Kampf gegen ihren gefallenen Bruder Reseph oder im Bestreben die Apokalypse aufzuhalten...
Währenddessen überkommt es RX-R Agent Arik auf einer Strandparty vollkommen, er sieht Limos und küsst sie aus einem Impuls heraus, der schon lang in ihm schwillt. Doch der Kuss ist sein Verderben, prompt wird er in die Hölle hineingesogen und wird dort im Auftrag von Limos Verlobten, Satan höchstpersönlich, gefoltert...

Ich war von Serienauftakt "Ares" wirklich begeistert gewesen, da ich eh ein Fan von Larissa Ione bin, war es klar, dass ich auch mit den Eternal Riders reiten würde. Besonders angetan haben es mir die mystischen und mythologischen Elemente und Wesen der Geschichte.
Ein Pluspunkt ist es daher auch in Limos Erzählung, dass sämtliche Reiter aber auch Mitarbeiter des Underworld Generals wieder ihren Part bekommen. Ein kleines Highlight bleiben für mich Cara und ihre Höllenhunde, wobei ich mir nicht vorstellen kann, wie so ein 1000kg schwerer Welpe auf einem normalen Bett Platz finden soll, wenn bereits ein Reiter darin liegt... ;)
Die Handlung ist dieses Mal wieder sehr engelslastig geworden. Es werden neue Erkenntnisse zu ihrer Mythologie eingebaut und Harvester sowie Reaver haben so einige Qualen zu erleiden. Was bin ich auf ihr Buch gespannt!

Ein wichtiger und großer Teil von Thanatos zukünftiger Handlung fand auch in Limos und Ariks Geschichte statt. Was für mich ein wenig ein Problem darstellte, da Than und Regan eine viel spannendere und konfliktgeladenere Paarung waren als die eigentlichen Protagonisten. Das war wirklich schade. Ich habe gerade ihre Parts herbeigesehnt und konnte mich somit nicht mehr wirklich auf Arik und Limos konzentrieren und ihr Aufeinandertreffen genießen.

Ein weiterer Wehrmutstropfen des Buches ist, dass recht viel geschieht, immer wieder und man sich die ganze Zeit über auf einem Spannungshoch befindet, welches zum Ende hin auch nicht abflaut. Die Handlung könnte nach der letzten Seite so ewig weitergehen, (sicher auch in Hinsicht auf die beiden nachfolgenden Bände) doch dadurch fühlt sich "Limos" sehr unfertig an. Eine Ruhepause, beziehungsweise ein vernünftigerer, runder Abschluss hätte dem Buch gut getan und nicht so ein offenes Ende, dass sofort den nächsten Teil herbeisehnen lässt.

Einen negativen Eindruck hinterließen auch die Schnitzer in der Übersetzung, da verwechselte man des Öfteren Arik mit Ares. Es war sicher auch nicht die cleverste Idee von Larissa Ione zwei so ähnlich klingende Protagonisten in eine Reihe zu nehmen. Oder aber Harvester, die nach "Wein" schreit, obwohl eigentlich ihr Sklave "Whine" gemeint war...

Nun ja, leider konnte das einzige Mädchen unter den Reitern mit ihren Brüdern nicht mithalten. Doch ich hoffe, dass mit der schwangeren Regan mal wieder eine interessantere weiblichere Hauptfigur gefunden wurde.


Wertung 4/5

Dienstag, 5. November 2013

"Eine Lady zu gewinnen" von Sabrina Jeffries

Eine Leserin zu gewinnen...



...ist nicht wirklich schwer, wenn man wie Sabrina Jeffries in ihrer Sharpe-Geschwister-Serie alles richtig macht.

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Virginia Waverly ist der einzige Augenstern ihres Großvaters, nachdem ihr Bruder vor einigen Jahren unter tragischen Umständen bei einem Wettrennen verstarb. Seit dem hasst die 20-Jährige den Herausforderer und Sieger des Todesrennens, Gabe Sharpe, bis aufs Blut. Doch Gabe ist schnell Feuer und Flamme für die kleine Schwester seines verstorbenen, besten Freundes und will sie zu einer Ehe mit ihm überzeugen, natürlich immer das Ultimatum seiner Großmutter im Hinterkopf...

Der mittlerweile 4. Teil der Halstead Hall-Saga um Hetty Plumtree und ihrer heiratsunwilligen Enkelkinder konnte wieder ganz mit Gefühl, Witz, Charme und dem Flair der Regency-Zeit überzeugen. Nachdem Minerva und Giles im letzten Band an meinen hohen Erwartungen scheiterten, setzte ich für Gabe und Virginia keine Maßstäbe an und wurde belohnt.

Sabrina Jeffries konzentriert sich in diesem Teil besonders auf das Gefühlsleben und den Charakter der beiden. Besonders konnte da die freche, eigenständige und mutige Virginia bei mir punkten, die Gabe so richtig Paroli bietet und ihn sogar zum Kutschenrennen herausfordert.
Gabe hingegen  muss mit seinem Ruf als Todesengel kämpfen und sieht die einzige Möglichkeit darin weiter Rennen zu fahren, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und das Andenken seines besten Freundes zu wahren. Das stößt nicht nur Virginia, sondern auch seine Familie vor den Kopf.

Als besonders gelungen, empfand ich erneut den leichten, ironischen Sprachstil, der die Seiten und Szenerien dahinfliegen lässt. Sabrina Jeffries schafft es einfach mit wenig Aufwand große Gefühle und viel Knistern in ihre Geschichten zu bringen. Das große Plus der Serie ist auch hier mal wieder das Auftauchen aller vorangegangener Protagonisten und die Rahmenhandlung um den Mordfall an Lord und Lady Sharpe. Es treten nicht so viele Erkenntnisse und Wendungen in dieser Sache auf, wie noch im letzten Teil. Doch das spart sich die Autorin sicher für den nächsten Teil um Celia und Jackson Pinter auf. Wie sehr ich mich schon darauf freue!

"Eine Lady zu gewinnen" ist eine äußerst gelungene Fortsetzung, die Makel vermissen lässt und viel Lust auf den nächsten Band macht, hoffentlich lässt dieser nicht so lang auf sich warten. Meine vollste Leseempfehlung schon allein, weil für Oma Hetty Plumtree liebestechnisch endlich auch einmal etwas abfällt! ;)

Wertung 5/5

"Das Rascheln von Rosmarin" von Colleen Gleason

Ein schöner, historischer Liebesroman mit integriertem Spiel "Finde die Anachronismen!"

Dirick d'Arlande war wohl ein Ritter aus Leidenschaft bis sein Vater brutal ermordet aufgefunden wurde. Getrieben von der Aussicht den Mörder zu stellen, reist er im Auftrag des englischen Königs durch das Land. Als er Halt in Langumont macht begegnet ihm eine einzigartige Gastfreundschaft, doch einen einzigartigen Eindruck hinterlässt nur die Erbin des Lehens auf ihn: Maris von Langumont.
Maris lebt hauptsächlich für ihre Kräuter und die heilenden Wirkungen, die sie damit bei den Dorfbewohnern bewirken kann. Als sie Dirick das erste Mal begegnet, glaubt sie in ihm den erwarteten Heiratskandidaten vorzufinden, nichts ahnend, dass ihr zukünftiger Verlobter sich noch auf dem Weg zu ihr befindet…

Ich liebe Colleen Gleason für ihre historischen (Fantasy)Romane und so freute ich mich sehr, dass auch ein Teil der mittelalterlichen Gartenkräuterserie (seltsamer Reihenname, aber die Autorin betitelt sie selbst so) ins deutsche übertragen wurde. Ich hoffe, die anderen beiden Teile um Madelyne und Judith werden auch noch übersetzt.
Worauf man sich hier jedoch gefasst machen muss, sind die zahlreichen Rechtschreibfehler, welche bereits auf dem Cover beginnen. Es ist bei weitem jedoch nicht so schlimm, wie bei der Londoner Drakulia Reihe. Beide werden über Amazon publiziert.

Das zweite Manko sind leider Teile der Handlung. Man könnte nicht behaupten, dass im Buch nichts passieren würde. Es kommt zu mehreren Entführungen, es gibt einen Krimiplot, der leider leicht vorhersehbar war, und Drama. So zum Beispiel die Zwillingsgeburt im Dorf oder der gewagte Epilog.
Es knistert auch gewaltig zwischen Maris und Dirick und dies nicht erst im letzten Drittel des Romanes, der am königlichen Hof spielt.
Was mich hier störte, waren die Wendungen und Probleme, welche urplötzlich ohne viel Aufhebens aufgelöst wurden. Da war zum das Wissen um die Vaterschaft, Diricks Mittellosigkeit oder die Täterfrage. Alles passierte schnell innerhalb weniger Seiten, was langatmig zuvor aufgebaut wurde. „Das Rascheln von Rosmarin“ ist dabei keineswegs langweilig, die Handlungsverteilung stimmt nur leider nicht ganz.
Man kann sich hier eigentlich wirklich gut unterhalten fühlen, wenn man die Rechtschreibfehler ausblenden kann und nicht viel auf geschichtliche Authentizität achtet. So tritt die Kartoffel eine Zeitreise aus der Zukunft an, doch vielmehr stolperte ich über das Adjektiv „merkantilistisch“ (vielleicht lag es an der Übersetzung). Wer in Geschichte jedoch ein wenig aufgepasst hat, weiß, dass dieser Begriff erst mit dem Merkantilismus im Frankreich Ludwigs XIV. geprägt wurde. Mich ärgert so etwas nicht, ich finde es nur lustig. Schließlich ist dies ein fiktiver Liebesroman, der zufällig im Mittelalter spielt und kein Geschichtsepos, einer Autorin, die sich auf dieses Genre spezialisiert hätte. Also schön den Ball flachhalten, denn niemand ist perfekt.

Für Fans von Colleen Gleason und ihres wunderschön atmosphärischen Schreibstils ist auch „das Rascheln von Rosmarin“ genau das richtige. Ich tauche nicht so oft in das Mittelalter ab, doch ab und an eine kleine Lesereise dorthin, hat schon ihre Reize!


Wertung 4/5

Donnerstag, 3. Oktober 2013

"Gesetze der Lust" von Tiffany Reisz

Eiskalte Gänsehaut im Paradies der Lüsternheiten.

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 Nach dem ich den ersten Teil "Das Locken der Sirene" wirklich liebte, stand schnell fest, die Fortsetzungen müssen auch ihren Weg auf meinen Nachttisch finden. Ein wenig betrübt war ich nach der Bekanntmachung der Cover. Das erste Buchcover war ja unmöglich zu überbieten, aber das hier ist dann leider doch ein erheblicher Rückschritt. Schade! Das Cover zu "Sklaven der Begierde" bleibt leider ebenfalls dem neuen Stil treu.

Aber nun zum wichtigsten, dem Inhalt: Nach dem Nora zur ihrem Dom, Priester Sören, zurückkehrte, könnte das SM-Glück der beiden nicht größer sein. Als jedoch eine Reporterin auftaucht, um im Leben des katholischen Priesters zu recherchieren und genau die richtigen Fragen stellt, schickt Sören Nora zu Freunden aufs Land. Dort soll sie den 17-jährigen Michael zum Sub ausbilden und dem reichen Erben Griffin zu Diensten sein. Doch zwischen all den lustvollen Erlebnissen kann Nora einen nicht vergessen: Wesley.

Für mich war der Einstieg in die Geschichte ein wenig schleppend. Es braucht ein wenig Zeit bis Nora zu Griffins Anwesen gelangt, aber dann geht auch handlungstechnisch endlich die Post ab. Die Geschichte ist ganz anders gestaltet, als im Vorgänger. Nora ist nicht am Schreiben eines neuen Buches und auch ihre Tätigkeit als Domina ist weitestgehend ad acta gelegt. Ein wenig vermisst, habe ich da schon ihren Lektor Zach aus "Das Locken der Sirene". Doch seine Geschichte ist eben bereits auserzählt. Nichts desto trotz erhält er einen kurzen, urkomischen Cameoauftritt.
Nora ist wie gewohnt bissig, frech, heiß und nicht auf den Kopf gefallen. Dass sie auch die Krallen ausfahren kann, um ihr Revier (Sören) abzustecken, bewies sie eindrucksvoll bei der Reporterin. Sie ist und bleibt eine meiner liebsten Romanfiguren, von der man sich nur wünschen kann, dass es solche Persönlichkeiten wirklich gibt.

Doch Tiffany Reisz schafft es ebenso gekonnt die anderen Figuren in allen möglichen Facetten zu zeichnen. Egal wie groß ihr Anteil an der Geschichte ist, sie erscheinen niemals flach. Besonders berührt hat mich die aufkeimende Liebe von Griffin und Michael.
Doch ihr Meisterstück schrieb Tiffany Reisz mit der Vergangenheit von Sören und seiner Familie. Dort entstanden bei mir eiskalte Gänsehautmomente. Einfach unglaublich!
Der Priester sorgte nun auch hier für ungeahnte Wendungen und bestach mit einer gottgleichen Voraussicht. Ich bin gespannt, was wir von ihm noch erwarten dürfen.

Alles in allem ist "Gesetze der Lust" eine wahnsinnig gute Fortsetzung, die so ganz anders ist, als ihr Vorgänger. Die heißen Szenen sind etwas rarer gesäht, dafür jedoch expliziter. Für mich blieb "das Locken der Sirene" bisher unerreicht, aber dieser zweite Teil hinterlies nichts zum aussetzen. Hoffentlich geht es spektakulär weiter! 

Wertung 5/5 

Dienstag, 1. Oktober 2013

"Fire Within" von Birdy

Wie Birdy aus der Asche...



Nachdem Birdy Debüt „Birdy“ bereits über 50 mal in meiner Playlist rauf und runter lief, musste auch schnell der Nachfolger „Fire Within“ her. Die junge Britin ist einfach ein Ausnahmetalent von dem ich niemals genug haben möchte. Doch betrachten wir die Titel der Reihe nach:

Wings - nachdem die erste Single schon im Radio rauf und runter lief, verschwindet sie nun auch nicht mehr aus meinem Kopf. Ein absolutes Highlight des Albums. Schon allein wegen der Zeilen: "Oh damn these walls. In the moment we´re ten feet tall. I just wanna be by your side. If these wings could fly." 5/5

Heart of Gold – Ein Song so voller Sehnsucht und Trauer, dass man kaum glauben kann, dass diese junge Britin so tiefe Gefühle schon erleben musste. Bei mir ging das Herz aus Gold erst mit mehrmaligem Hören ins Ohr. 4/5

Light me up – ist eine Up – Tempo Nummer, die so auf Birdys Debütalbum nicht zu hören war. Auch dies steht ihrer Stimme gut. Die Zweitstimme am Ende des Chorus ist für mich jedoch etwas unpassend geraten, (erinnert mich an Soulnummern aus den 90ern)  und hätte der Song nicht unbedingt gebraucht. 4/5

Words as Weapons – ist für mich der wohl schönste Song des Albums und zugleich der traurigste, den ich seit langem Hören durfte. Man kann Birdys Stimme förmlich weinen hören. Zur emotionalen Krönung erklingt zum Schluss ein eingängiges Violinensolo. Wen das nicht berührt… 5/5

All you never say – …“is you love me so“  ist in alter Birdy Manier und hätte so auch bereits auf dem ersten Album zu hören sein können. Stimmungsvoller Text und Melancholie in der Stimme. Nichts falsch gemacht. 5/5

Strange Birds – ist mir bisher nicht im Gedächtnis haften geblieben. Der Text und die Grundstimmung sind sehr düster. Unterstrichen wird dies von den recht Birdy-untypischen „wohohohohhos“. Geschmackssache. 3/5

Maybe – ist da schon eine gelungene Abwechselung und lebt von seiner Leichtigkeit, die direkt ins Ohr geht. Ein Song, der von dem erzählt, was alles passieren könnte, wenn man es zulässt. 5/5

No Angel – kursierte im Vorfeld auch schon auf Youtube und zeichnet sich durch seine Pianobegleitung aus. Gewohnte Liebeskummerstimmung, bei der man sich am liebsten Zuhause verkriechen möchte und die Welt einfach draußen vorbeiziehen lässt. 5/5

All about you – ist eine leichte Up – Tempo – Nummer mit toller Botschaft. Ungewohnt schnell kommt Birdy daher, wer den Text komplett erfassen will, muss daher genau hinhören. Doch es lohnt sich. 5/5

Standing in the way of the Light – ist sehr reduziert und fokussiert sich allein auf die einzigartige Stimme und beweist, dass einfach arrangierte Lieder so viel besser sein können. 4/5

Shine – es ist erstaunlich, wie hoch Birdy ihre doch recht volle, tiefe Stimme schrauben kann, ohne dass es schräg  klingt. Ein weiterer Song, der von seinem Text lebt und etwas Anlauf beim Hören braucht. 4/5
Birdy ist ein großartiges Folgealbum für ihr noch großartigeres Debüt geglückt. Ich muss sagen, dass dieses mich wirklich mehr mitreißen konnte, doch dass sieht in einem Jahr wohl auch schon anders aus, wenn das dritte Album hoffentlich ansteht und ich meine Rezension einleiten werde … „nachdem Fire Within bereits 60 mal in meiner Playlist rauf und runter lief…“ 

Wertung 4/5


Mein Highlight des Albums:

Donnerstag, 26. September 2013

Black Dagger 10: "Liebesmond" und "Schattentraum" von J.R. Ward

Autumn und Thor - gemeinsam einsam

 Diese Rezension bezieht sich ebenso auf "Liebesmond" den ersten Teil von No'Ones und Tohrs Geschichte.

Nachdem Tohr auf tragische Weise seine schwangere Shellan Wellsie im Kampf gegen die Lesser verloren hatte, ist er nicht mehr als ein wandelndes, knochiges Häufchen Elend, welches nur noch die Todessehnsucht auf der Erde zu halten scheint. Die Brüder schaffen es nicht ihn zurück ins Leben zu bringen und auch der gefallene Engel Lassiter hat alle Hände damit voll seinen Schutzbefohlenen die Haut zu retten.
Dabei schleicht mit No'One ein Teil aus Tohrs Vergangenheit durch das Anwesen der Bruderschaft, der den Krieger wieder die Lust am Leben schenken könnte, doch No'Ones Seele ist mindestens genauso geplagt.

Ich wusste zuvor nicht, wie ich mich auf die Geschichte der beiden einstellen sollte, denn beide zählten nicht gerade zu meinen Lieblingscharakteren. Die mächtigen "Hypotheken", die beide in die Geschichte hineinbrachte, versprachen keine leichte Lektüre. Doch J.R. Ward schaffte es die Geschichte nicht zu rührselig werden zu lassen. Dank Wellsie und der Zwischenreichthematik kommt der Tod und wie man mit Verlusten umgeht zwar nicht zu kurz, doch die Autorin verflicht alles gekonnt in das Annähern von Thor und No'One ein, die dann später den Namen Autumn annimmt.
Ich fand es großartig beschrieben, wie beide erst nach und nach von einer Zweckverbindung zu leisen Emotionen und schließlich zur Liebe finden. Dabei kommen Wendungen ins Spiel, die für mich nicht vorhersehbar waren und auch das nun mehr 19. und 20. Buch der Reihe zu einem einzigartigen Leseerlebnis machten.

Die Beziehungsproblematik zwischen Xhex und John empfand ich nach all dem was kurz zuvor in ihrer Geschichte passierte sehr schade und etwas weit hergeholt. Beide durchliefen die wohl größten Hindernisse, um zusammen zu finden und geraten dann wegen so etwas aneinander? Naja...

Mitfiebern ließ mich ebenso die Konstellation um Blay, Saxton, Quinn und Layla. Die Freude steigt auf die kommenden Bücher bis dahin wird es eine harte Zeit der Black Dagger Abstinenz werden...

Wertung 5/5

Sonntag, 15. September 2013

Black Dagger 9: Vampirschwur und Nachtseele von J.R. Ward

Und der Preis für die beste Nebenrolle geht an Payne und Manuel!

 Diese Rezension bezieht sich auch auf den vorangegangenen Band "Vampirschwur" der Geschichte um Payne und Manuel.

Nachdem Payne mit einem Gebrochen Rückgrat aus dem Heiligtum verband wurde, sind alle Mitglieder der Bruderschaft in Sorge um V's Zwillingsschwester. Doc Jane ist mit der Verletzung überfordert und bezieht kurzerhand ihren alten Kollegen Dr. Manello mit ein. Als dieser den Schock überwunden hat seine ehemalige Freundin in transparenter Form zu sehen, läuft er zu Hochtouren auf und ist bereit Payne alles zu geben, was diese braucht, um wieder zu genesen.

Nach einer kleinen Black Dagger - Pause für mich war es mal wieder eine aufreibende Leseabwechselung in das Leben der Vampirordenskrieger einzutauchen und welch Überraschung, es war als hätte ich sie niemals verlassen.
Das ist vor allem einer meiner Lieblingspaarungen zu Verdanken, nämlich Jane, V und Butch. Es herrscht großes Konfliktpotenzial zwischen Vishous und seiner Shellan und beide stehen kurz vor einer Trennung. V erkennt, er kann seine Verbindung nur retten, wenn er beginnt sich zu öffnen. Und da tritt Butch auf den Plan mit einer Session, die wohl beide nicht vergessen werden.
Nachdem ich schon ein wenig auf diese Szene hingewiesen wurde, war ich besonders gespannt auf Band 17 und 18, doch so heftig und explizit, wie ich vielleicht gehofft hatte, ist sie leider nicht ausgefallen. Die Treue der beiden Männer gegenüber ihren Shellans stand nie in Gefahr. Doch Butch und V verbindet schon eine Männerfreundschaft der ganz anderen Klasse.

Dieser Handlungsstrang nimmt allerdings auch den Hauptpart ein, sodass man nicht uneingeschränkt von Paynes und Mannys Geschichte sprechen kann. Die beiden rücken eher in den Hintergrund. Bezeichnend dafür ist auch, dass ihr erster, vollzogener Liebesakt wirklich erst am Ende geschieht. Keine Angst zuvor geht es auch heiß her, aber eben auch dank anderer Protagonisten.

Ich bin schon sehr gespannt auf Quinns Geschichte. J.R. Ward liefert uns hier wieder kleine Bröckchen des verkorksten Lebens eines Kriegers. Ach ja, es wird tragisch werden...

Die Autorin führt auch erstmalig eine neue Bedrohung für die Bruderschaft ein. Diese kommt aus den eigenen Reihen der Vampirkrieger und besitzt mehr Ehrgefühl, als man es von den bisherigen Bösewichten der Reihe gewohnt ist. Doch wie sich das Ganze noch entwickeln wird, ist in diesem Buch noch nicht genau offenbart wurden.

Damit verbunden ist auch eine Mordermittlung, wobei ich mich doch fragen musste, wie diese nun in das Gesamtbild hineinlaufen soll oder ob J.R. einfach nocheinmal Butchs alten Partner aus der Versenkung holen wollte, um die Seiten zu füllen.

Aufgrund ihrer Außenseiterrolle im eigenen Roman, konnte ich nicht so ganz mit Manuel und Payne mitfiebern. Dafür kamen sie einfach zu kurz und ihnen wurde von anderen die Show gestohlen. Nichts desto trotz sind "Vampirschwur" und "Nachtseele" spannende Teile der Reihe, die sich in ein spektakuläres Gesamtbild eingliedern, das Lust auf viel mehr macht.

Wertung 4/5

Donnerstag, 22. August 2013

"Silber - Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier

"Maubeerbluffins, Minderkädchen und Golfwänge ergeben einen vunderwollen Speselaß!"

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...das war die Sprache der Verliebten.

Liv und ihre jüngere Schwester Mia haben schon viel gesehen von der Welt. Ihre getrenntlebenden Eltern ziehen berufsbedingt von einem Ort zum anderen. Doch in London scheinen sie seit langem Mal wieder sesshaft zu werden. Mama Silber hat einen neuen Partner ... Eine Patchworkfamiliy der besonderen Art entsteht und Grayson, der neue Stiefbruder besitzt ein besonderes Geheimnis: Er und seine Kumpels besuchen sich in ihren Träumen. Liv ist dies auch möglich und gerät in eine Welt hinein, deren Ausmaße noch für niemanden absehbar sind...

Eigentlich stand mir nach der letzten Enttäuschung (Unearthly 2) nicht so schnell der Sinn nach einem Jugendbuch, doch als ich "Silber" in der Buchhandlung stehen sah, gab ich mir einen Ruck, gerade weil ich Kerstin Giers Edelsteintrilogie so sehr mochte und zum Glück gibt es sie noch, die Jugendbücher, die jedes Alter begeistern können.

Dies ist vor allem einer grandiosen Autorin zu verdanken, deren Markenzeichen, ihr leichter und humoristischer Schreibstil einfach mitreißt und alles Drumherum vergessen lässt.
Großartig gelungen sind ihr wieder einmal die vielfältigen Charaktere, die nicht unbedingt realitätsnah sein müssen, sondern sich eher durch ihre originelle Stereotype auszeichnen. Ob heiße, geheimnsivolle Oberstufenschüler ("Rasierspaß-Ken" was für ein toller Name und besser hätte sie Jasper nicht beschreiben können, damit ich ein Bild von ihm im Kopf habe); arg- und sorglose Mütter mit wilder Vergangenheit oder mütterliche, dirndltragende, deutsche Kindermädchen oder Protagonistinnen mit dem Cinderella-Syndrom (von unscheinbar bis Ballkleid). Es wird einfach nicht langweilig.

Die Idee hinter der Handlung, dass sich die eingeweihten Protagonisten in ihren Träumen besuchen können, ist für mich nicht neu und hätte ruhig ein wenig genauer durchdacht werden können. So ist es jetzt noch nicht wirklich abzusehen, wohin sich die Trilogie entwickeln wird, beziehungsweise, welches große Ziel sie verfolgen wird, der wahre Schurke/ die wahre Schurkin wird auch erst sehr spät enthüllt. Obwohl der Cliffhanger nicht so heftig, wie zu "Rubinrot"-Zeiten ist, fühlt sich das Buch eher unfertig an. Das lange Warten bis zum nächsten Juni, wenn das zweite Buch der Träume erscheint, wird daher nicht leicht werden.

Die Wahl für Livs "Loveinterest" empfand ich als ziemlich willkürlich. Beim Lesen der Inhaltsangabe, dachte ich, dass es zwischen ihr und Grayson funken würde und mal ehrlich irgendwas ist da zwischen den beiden doch im Busch! Doch Liv und Kerstin Gier entschieden sich dann gegen den Stiefbruder und für Henry. Die Gründe dafür waren eigentlich kaum gegeben, aber vielleicht kommt es im Laufe der Reihe ja noch zu interessanten Wendungen. Die Chemie zwischen Gwen und Gideon hat da schon eher gestimmt.

Das sind die beiden Kritikpunkte, die ich habe, doch sollte sich niemand davon abschrecken lassen mit "Silber", dem ersten Buch der Träume ein paar unterhaltsame Lesestunden zu verbringen. Es lohnt sich schon allein wegen Lotties Liebesbedingter Versprecher. Großartig! Eine Rezension von Karvendel bnows lest. ;-) 

Wertung 4/5

"Unearthly. Heiliges Feuer" von Cynthia Hand

Die Geschichte geht in Flammen auf und dies nicht im positiven Sinne...

Mal vom Cover abgesehen mochte ich den ersten Teil der Unearthly - Trilogie wirklich gerne. Dem entsprechend freudig, ging ich nun an "Heiliges Feuer" heran. Doch das Feuer zwischen mir, Clara und allen anderen wollte diese Mal nicht zünden.

Engelblut Clara träumt schon seit einigen Nächten von einer Beerdigung, auf der ihre Familie und Freunde versammelt sind, bis auf einer, glaubt sie. In ihr steigen böse Vorahnungen auf, denn ihre visionären Träume haben sich schon einmal  bewahrheitet. Kann sie einen geliebten Menschen vor dem Tod bewahren? 

Ich vermisste den Wortwitz und die spritzigen Dialoge zwischen den Freunden. Angela darf zwar wieder ihre Rolle als selbsternannte Engelsexpertin einnehmen, doch das war es für sie dann auch schon. Die aufkommenden Eifersüchteleien mit Clara waren nicht nachvollziehbar und eher unpassend im Buch.

Mir gefiel auch das ewige Liebesdreieck mit Christian und Tucker nicht. Eigentlich war ich fest davon überzeugt, dass Clara ihre Entscheidung bereits getroffen hatte und ich war mit Tucker als Wahl mehr als glücklich, doch was sich nun entwickelt, dürfte wohl auch den anderen Tucker-Anhängerinnen ordentlich Nerven kosten. Auch er kam hier mächtig kurz weg und ich suchte vergeblich das vertraute, kribbelige Gefühl des ersten Bandes. Es werden von großen Emotionen geschrieben, doch vermitteln konnte sie Cynthia Hand nicht.

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Damit komme ich zum größten Manko von "Heiliges Feuer": der Handlung. Bereits im Klappentext wird groß angekündigt, dass Claras Besuch auf einer Beerdigung, die sie immer wieder in ihren Visionen sieht unumstößlich sein wird und tatsächlich stirbt am Ende des zweiten Teils ein Mensch aus Claras nahestem Umfeld. Dadurch bekommt der Roman eine gewisse Schwere, es fehlt die Leichtigkeit, was nicht unbedingt fatal sein muss, da der Tod, Trauer und Verlust nun mal das Hauptthema des zweiten Teils sind. Fatal für mich waren jedoch die leeren Worte darum. Cynthia Hand bemüht sich Claras Situation und Gefühle breit zu erklären und zu beschreiben, doch dabei hat sie für mich keine Emotionen transportieren können. Auch beim tragischen Höhepunkt nicht. Großes Tränenpotenzial war in der Handlung da, aber für mich wurde es verschenkt.
Die weitere Handlung beschränkt sich auf den Schulalltag, Claras Zwischenmenschlichen Problemen, die Treffen des Engelclubs und dem raren Erscheinen des Schwarzflügels. Viel gibt das Buch an Spannung also nicht her und dementsprechend schleppend ließ es sich für mich auch lesen. Die fehlende Emotionalität unterstrich den "Anti-Pageturner"-Charakter noch.

Darin noch etwas positives zu finden, fällt mir in meinem Resumee ziemlich schwer. Noch nicht mal die aufgedeckten mehr oder weniger großen Geheimnisse konnten mich überraschen. Das ist nach dem tollen ersten Teil schon ein kleiner Schock für mich gewesen und ich denke nicht, dass im letzten Teil das Ruder noch einmal herumgerissen werden kann.
Alles in allem komme ich damit leider nur auf 2 Sterne, eine Negativentwicklung, die ich nach dem Trilogieauftakt so nicht absehen konnte. 

Wertung 2/5

Unearthly - Reihenfolge:
2. Heiliges Feuer
3. Himmelsbrand

Mittwoch, 7. August 2013

Theo braucht deine Stimme!

Wer auch immer sich hier ganz zielstrebig auf meinem Blog verirrt hat, tut mir doch bitte den Gefallen und stimmt für meinen Beitrag :





beim "Fressnapf"- Urlaubsfotowettbewerb ab. Damit mein kleiner, verfressener Jack - Russel - Terrier den Shoppingtrip seines Lebens tätigen kann.

Abgestimmt werden, kann noch bis Ende August.

Hier ist der Link:
https://apps.facebook.com/meltwaterpromo/432423/entry/479436

und auch eine Freundin freut sich über deine Stimme:
https://apps.facebook.com/meltwaterpromo/432423/entry/480089

Vielen Dank sagen schonmal Theo und ich! ;-)

Samstag, 3. August 2013

"Breathless - Geheime Lust" von Maya Banks

"Catch the millionaire" lässt grüßen...

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 Jace und Ash sind in jeder Hinsicht und Gelegenheit als Team unterwegs, so auch als sie eines Abends die Aushilfskellnerin Bethany für eine Menage a trois anheuern. Doch Jace will sie nur für sich allein - eine problematische Zeit beginnt...

Nach dem ersten Teil der Breathlesstrilogie war ich recht angetan von Maya Banks Art ihre heiße Geschichte zu erzählen. Dem entsprechend hatte ich mich auch wirklich auf Jaces Roman gefreut, doch vorab, ich wurde enttäuscht.

Zum einen wurde die Handlung ganz groß mit der Rivalitätsproblematik der beiden Geschäftspartner um Bethany aufgemacht, doch von der ist im ganzen Buch kaum etwas zu spüren. Ich hätte mir gewünscht, dass alle Beteiligten ein wenig mehr hin und her gerissen wären. Sich diese ganze Dreiecksbeziehung einfach ein wenig länger hingezogen hätte, nicht weil ich denke, dass die Literaturwelt unbedingt noch eine Frau zwischen zwei Männern braucht, sondern einfach, weil dies die Problematik war, auf die ich mich seit dem ersten Band gefreut hatte. Ein bisschen mehr Gefühlschaos und Dramatik hätte ich mir für Bethany, Jace und Ash schon gewünscht. Gerade nach der wirklich heißen Szene zwischen den dreien.

Die restlichen Liebesszenen wurde ansonsten leider immer wieder nach dem gleichen Schema abgearbeitet. Das ist nur beim ersten Mal ansprechend, danach setzt die große Langeweile ein. Gerade im Mittelteil häufen sich diese Längen, in denen sich Sex an Bethanys Herkunftsproblematik und Streits mit Jace reiht und auf Dauerschleife abläuft.
Jace und Bethanys Beziehung sprühte gerade so vor Kitsch, Schmalz und den ganz großen Gefühlsbekundungen, die nach wenigen Tagen des Kennenlernens überhaupt nicht nachvollziehbar und überzeugend daherkamen.

Auch hier ist mir wieder aufgefallen, dass Maya Banks ihre männlichen Protagonisten sehr eintönig gestaltet, sodass Gabe, Jace und Ash vom Charakter her austauschbar werden.
Ein etwas besseres Händchen hat sie für ihre Heldinnen, nachdem mir Mia im ersten Teil wirklich gut gefallen hat, konnten mich hier Bethanys Vergangenheit auf der Straße und ihre Suchtproblematik überzeugen, das war mal etwas anderes. Was mir an ihr nicht gefiel, war ihre Passivität. Jace sprach, wo es lang gehen sollte und Bethany parierte widerstandslos.

Die Thematik mit ihrem "Bruder" empfand ich als eher störend und nicht wirklich handlungstragend. Jack wurde immer nur ausgegraben, wenn der Raum von einer Sexszene zur nächsten überbrückt werden musste. Spannend war das nicht und sehr vorhersehbar.

Von mir gibt es dafür nur sehr schwache drei Punkte, denn insgesamt hat mich "Breathless - Geheime Lust" enttäuscht. Es ist wie die Buchform der Pro7-Show "Cath the millionaire", ziemlich lahm, voller falscher Versprechungen und aufgebauschter Problematiken und am Ende hat sich ein einfaches Mädchen einen Millionär geangelt. Mit Ash ist nun noch einer im Rennen, ob ich mir das große Finale ansehen, äh durchlesen werde, steht noch in den Sternen ("die funkelten wie Bethanys Augen"...Kitsch off.)

Wertung 3/5

Freitag, 26. Juli 2013

"Ein vortrefflicher Schurke" von Sabrina Jeffries

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Minerva kommt leider nicht an Oliver und Jarred heran.

Lady Minerva brachte schon ihre halbe Familien mit ihren Schauerromanen in Verruf. Mit ihnen verdient sie zwar recht gut ihren Unterhalt, doch um das Erbe für ihre restlichen Geschwister gewährleisten zu können, muss auch Minerva heiraten. Zusammen mit Giles Masters ersinnt sie eine List. Doch Minerva hat die Rechnung nicht mit ihrer Großmutter oder ihren Gefühlen für Giles gemacht...

Was habe ich mich auf den dritten Teil der Kupplungsgeschichten, um Großmutter Hetty Plumtree und ihre fünf Enkelkinder gefreut. Nachdem mich Olivers und Jarrets Romane so begeistert hatten, war ich besonders auf die Schauerromanautorin Minerva und den Anwalt Giles gespannt, doch ich wurde enttäuscht.

Warum?

Erst einmal nimmt uns Sabrina Jeffries in dieser Geschichte die Momente des Kennenlernens und Vertrautwerdens. Minerva und Giles kennen sich bereits aus ihrer Kindheit, sie duzen sich sogar die ganze Zeit über, (was vielleicht von der Übersetzung so vorgesehen wurde?, doch zu dieser komme ich gleich noch.)wodurch es kaum noch Distanzen zwischen beiden gibt, das große Bauchkribbeln blieb bei mir da leider aus. Ein Fakt, der gerade die Vorgänger so besonders für mich machte.
Es geht auch recht schnell zwischen beiden, sie vereinbaren als List eine Verlobung, küssen sich stets und gehen etwas weiter. Dadurch müssen sie auch ziemlich bald heiraten, was in den anderen Romanen der Höhepunkt der Geschichte darstellte, passiert hier mittendrin. Dies hätte auch garnicht weiter tragisch sein müssen, wenn Sabrina Jeffries für die andere Hälfte des Buches etwas mehr Drama und Problematik übergehabt hätte.
Was mich verwirrte, war die Selbstverständlichkeit, mit der am Anfang von Giles Problemen mit dessen Vater und Bruder berichtet wurde. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die Geschehnisse in den ersten Teilen schon behandelt wurden, wovon ich aber nicht überzeugt bin, weil Giles in ihnen kaum eine Rolle spielte. Die damit verbundene Spionagethematik blieb recht dezent und unausgegoren.
Ich bin sonst niemand, der zu sehr auf den Übersetzungen herumhakt, doch hier gab es gerade in einer Liebesszene einige Schnitzer, die einfach die Atmosphäre zerstörten. Sinngemäß "beglückte" Giles in einem "Nachthemd" gekleidet Minerva mit seiner "Standarte". (S.291ff.)Das passt einfach nicht zum recht zeitgemäßen Stil des Romanes und auch nicht zur modernen Aufmachung des Verlages.

Nach langem Gemecker bin ich auch noch die Dinge schuldig, welche mir wirklich gefallen haben. Zum einen ist da Minerva als tolle, kluge und selbstständige Protagonistin. Eine Autorin war für mich bisher noch nicht so oft im Historicalgenre anzutreffen.
Der Prolog, in dem ihr Verlieben in Giles über die Jahre hinweg geschildert wird, war so romantisch und hat mir das lang ersehnte Herzklopfen bereitet.
Ein Pluspunkt der Geschichte ist, neben Sabrina Jeffries lockerem und witzigen Stil, die Zeit, welche sie den Protagonisten zusammen gibt. Giles und Minerva sind während der Geschichte stets zusammen oder treffen auf ihre Familie, was immer wieder urkomisch ist.
Am Ende gibt es dann auch noch recht spannende Wendungen im Mordfall der Eltern. Ich bin gespannt, was vor 20 Jahren passierte.

Leider konnte mich "ein vortrefflicher Schurke" nicht so mitreißen, wie die ersten beiden Teile. Mir fehlten einfach das Herzklopfen und die großen Konflikte zwischen Giles und Minerva. Leider! Deswegen gibt es von mir auch nur vier Sterne, doch der Roman ist immer noch eine ganz große Unterhaltung mit gehörigem Wohlfühlfaktor. Ich freue mich auf den Oktober, wenn es schon mit Gabe und Virginia weitergeht! 
Wertung 4/5

Hier ist die komplette Reihenfolge:
1. Lord Stonevilles Geheimnis (Oliver & Maria)
2. Spiel der Herzen (Jared & Annabel )
3. Ein vortrefflicher Schurke (Minerva & Giles)
4. Eine Lady zu gewinnen (Gabe & Virginia)
5. A Lady never surrenders (Celia & Jackson Pinter)

"Die Macht der Angst" von Shannon McKenna

Berührend - berauschend - begeisternd - Kev und Edie!

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Kev Larsens Erinnerungen beschränken sich auf die vergangenen 18 Jahre, die Menschen und Ereignisse aus seiner Kindheit und Jugend hat er vergessen. Nach einem Menschenexperiment mit Gedächtnisübertragung, dem er zum Opfer fiel, veränderte sich sein Leben. Halbtot fand ihn der alte Ranieri und gab ihm eine Chance auf ein zweites, neues Dasein. Als er zum ersten Mal die Comicbücher der Grafikkünstlerin Edie Parrish erblickt, deren Titelheld nach seinem Ebenbild erschaffen wurde, entdeckt er endlich eine Verbindung in seine vergessene Vergangenheit. Was er noch nicht ahnt, ist, dass seine Familie, die McClouds, auf der Suche nach ihm sind...

Oh ja, lange sehnt ich Kevins Roman herbei, wohl wissend, dass die Geschichte um Seans verschollenen Zwilling bahnbrechend sein würde. Dementsprechend bombastisch ist auch der Umfang des Romans ausgefallen, worüber ich mich nur freuen konnte, desto mehr von den McClouds und Freunden, umso besser!
Die Handlung teilt sich grob in drei Stränge.
Da ist zum einen die Zusammenführung von Kevin und Edie, worauf uns die Autorin wirklich lange hinarbeiten lässt, denn beide wechseln ihr erstes Wort erst auf Seite 139! Danach geht es aber gewohnt zügig und heiß zur Sache.
Zum anderen erfahren wir von den Machenschaften der beiden Bösewichte Ava und Desmond, die als irre Forscher Menschen zu Sklaven für ihr perfides Treiben machen wollen. Diese Thematik begegnete uns bereits in Seans und Livs Roman und erfährt hier ihren spannenden Höhepunkt. Dieser Teil ist mal wieder nichts für schwache Nerven.

Ein kleines Highlight für mich war die Handlung um den McCloud-Clan. Seit Tams Geschichte ist ein wenig Zeit vergangen. Sämtliche Brüder und Freunde sind mittlerweile zu Nachwuchs gekommen oder stehen kurz davor. Die Einführungsszene dafür ist einfach nur göttlich, wie Sean durch Kindergeschrei geplagt den Babysitter spielen muss! Man muss auch wirklich aufpassen, um bei den ganzen neuen Kindern nicht den Überblick zu verlieren.
Wie die Sippe schließlich zur Entdeckung von Kevs Existenz kommt und sich auf die Suche nach ihm begibt, ist fantastisch zu lesen. Mein Lieblingspärchen Sean und Liv bekommen hier einen wichtigen Part zugeschrieben.

Auffällig bei den Protagonisten ist, dass Kevin so gar nicht dem Temperament und Humor seines Zwillings entsprechen will. Gerade zu Beginn ist er eine sehr düstere Erscheinung, die sich eher nach dem Tod als dem Leben sehnt. Doch durch Edie läuft er zu Hochtouren auf. Das Aufeinandertreffen mit seinen Brüdern dürfte wohl keine Anhängerin der Reihe kalt lassen!

An Edie hat mir besonders ihre übernatürlich Gabe gefallen und was für Probleme sie mit sich bringt. Die Künstlerin erhält beim Zeichnen eines Menschen nämlich Einblicke in seine Zukunft. Der Umstand, dass sie als Comicbuchautorin ihren spärlichen Unterhalt verdient, obwohl ihr Vater Milliardär ist, macht sie umso sympathischer. Aber bei der grausamen Familie muss man der 29-Jährigen nur Respekt und Sympathien entgegenbringen.

Die Einführung eines neuen Charakters ist mehr als geglückt: Im nächsten Teil wird dann Bruno Ranieri, Kevs selbsternannter Ziehbruder, unter die Haube gebracht. Darauf bin ich mächtig gespannt, denn der Gute offenbarte bereits eine große Prise Humor und Verschrobenheit - fast wie in alten Sean-Zeiten!

Was einigen vielleicht nicht so zusagen könnte, ist der doch sehr flinke Beziehungsverlauf von Kev und Edie. Die Autorin lässt viel innerhalb eines halben Tages passieren und lässt so einige Kondome in Mülleimer wandern... Aber, was in den vorangegangenen sechs Bänden schon praktiziert wurde, wird sich auch demnächst nicht mehr ändern, und mal ehrlich, dafür lieben wir diese Serie doch auch! ;-)

Ich bin mal wieder schwer begeistert von Shannon McKennas neuestem Werk und finde es sogar einen Ticken besser als Tams und Vals Geschichte. Beide Charaktere haben hier ein paar Probleme weniger mitgebracht und auch die etwas reduziertere Thrillerhandlung hat dem Roman gut getan. Die Autorin hat den Spagat geschafft und den McClouds auf äußerst emotionale Weise ihren verschollenen Bruder zurückgebracht. Dafür gibt es von mir die volle Anerkennung!
Wertung 5/5

Reihenfolge der McCloud Serie:
1.Die Nacht hat viele Augen (Seth MacKey + Raine Cameron)
2.In den Schatten lauert der Tod (Connor McCloud + Erin Riggs)
3.Blick in den Abgrund (Davy McCloud + Margot Vetter)
4.Sünden der Vergangenheit (Sean McCloud + Olivia Endicott)
5.Spiel ohne Regeln ( Nick Ward + Becca Cantrell)
6.Stunde der Vergeltung (Val Janos + Tamara Steele)
7.Die Macht der Angst (Kev Larsen + Edie Parrish)
8.Flammen der Rache (Bruno Ranieri + Lily Parr)Januar 2014
9.One wrong move (Nina Christie + Alex Aaro)
10.Fatal Strike (Miles + Lara Kirk) September 2013
11. Momentan schreibt die Autorin an Svetis Geschichte.

Montag, 15. Juli 2013

Robert Francis "Strangers in the First Place"

Der Soundtrack eines ländlichen Sommers.

Von Robert Francis kannte und liebe ich in erster Linie "Junebug" als ich zufällig auf sein aktuelles Album stieß und reinhörte, war klar, "Strangers in the first Place" könnte der Soundtrack meines Sommers 2013 werden.
Aber der Reihe nach...
TUNNELS ist ein leichter Einstieg, der gleich einmal klarstellt, was Roberts Stimme zu leisten vermag. Die Harmonien sind sehr melodisch und werden von einzelnen instrumental Einsätzen in die Höhe geschaukelt. Eine tolle Dynamik! 5/5

SOMETHINGS NEVER CHANGE strotzt vor Weisheiten und lebt von seinen Lyrics, der Chorus lädt dann auch zum Mitsingen ein. 4/5

PERFECTLY YOURS hört man Robert Francis Wurzeln sehr an. Hier kommen Country- und Folkelemente heraus, die beim Hören mental auf weite, amerikanische Landstraßen versetzen. Toll. 4/5

ALIBI ist dafür der nächste Vertreter. Instrumental sehr reduziert, vereinzelt ist eine Mundharmonika zu hören, konzentriert sich der Song vor allem auf Roberts Stimme. Passend dazu ist auch die weibliche Zweitstimme, die das ganze perfekt ergänzt. Etwas befremdlich klingt es jedoch, wenn Robert auf einmal "when I loved you as a child" ins Mikro haucht... 4/5

EIGHTEEN ist vom Stil her ein wenig anders geraten und eines der Highlights des Albums. Sehr gefühlvoll vereint sich hier Robert auch wieder mit der weiblichen Zweitstimme und zusammen singen beide ein Liebeslied, das nach einer Zugabe verlangt. 5/5

STAR CROSSED MEMORIES kommt dann wieder mit Countryklängen daher und untermalt Roberts melancholische Erzählung einer missglückten Liebe. So leiden musikalische Männer im "Wilden Westen". 4/5

IT FIRST OCCURED TO ME ist nicht so ganz nach meinem Geschmack. Die Gitarren klingen etwas schief, was so gewollt ist, und Roberts Stimme bleibt stets auf einer Lage. 2/5

HEROIN LOVERS ist mein persönliches Highlight auf dem Album. Die Melodien und der Text sind eingängig. Die namenslose, weibliche Stimme bekommt erneut ihren Einsatz und macht den Song zu etwas absolut besonderem. 5/5

I SAIL SHIPS ist ein wundervolles Liebeslied, welches mich im Chorus an eine unplugged Aufnahme von "Muse" erinnert. Ganz großes Kino für die Ohren! 5/5

THE CLOSEST EXIT ist ein etwas schnellerer Song, der sich hauptsächlich auf Gitarre und Gesang konzentriert. Schön, aber nicht ganz eingängig. 3/5

WILD THING fällt vor allem durch die bisher selten eingesetzten Drumms auf und durch Roberts Stimme, die dem ganzen Song einen heißen Touch verpasst. Eine großartige Abwechselung! 5/5

DANGEROUS NEIGHBORHOOD ist zum Abschluss noch einmal ein eingängiger, moderner Countrysong. Der dazu verleitet, sich das Album gleich noch einmal von vorne anhören zu wollen. 4/5

Wer, wie ich, von Robert Francis vordergründig "Junebug" kannte, wird wohl überrascht sein, wie countrylastig "Strangers in the First Place" doch geworden ist. Man muss diese Musikrichtung auf jeden Fall mögen, was ich tue.
Der Amerikaner zeigt, dass Musik auch ohne Autotune und elektronischen Beats gemacht werden kann.
Ganz reduziert auf vielfältige Instrumente und den Gesang, wobei die weibliche Zweitstimme immer für das gewisse Extra sorgte, zeichnet sich das Album durch seine Ehrlichkeit aus.
Für mich hätten es aber gerne ein paar Highlights mehr sein dürfen als EIGHTEEN und HEROIN LOVERS. Doch das ist Geschmackssache und sollte niemanden davon abhalten dieses Album zu seinem ganz persönlichen Sommersoundtrack werden zu lassen! 


Wertung 4/5


Mein Lieblingssong des Albums

Freitag, 12. Juli 2013

"Eternal Riders: Ares" von Larissa Ione

Wie Ares und Cara nicht zimperlich dem Weltuntergang entgegenreiten...

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 Ares ist der erste und bisher mächtigste Reiter der Apokalypse und steht auf der Seite der "Guten", doch wenn sein Siegel bricht, wird er zu War und stürzt die Menschheit in einen ewigen Krieg. Damit dies nicht passiert, ist er auf der Suche nach seinem Siegel, oder Agimortus, und findet es schließlich in Tiermedizinerin Cara. Diese ist nach einem Überfall schon sichtlich traumatisiert, doch als ein verletzter Höllenhundwelpe, Wächter der Aegis und Ares in ihr Heim stürmen, ändert sich ihr Leben von grundauf. Schließlich bleibt ihr mit dem Agimortus in sich nicht mehr viel Zeit zum Leben und wenn sie stirbt, ist auch der Weltuntergang zum Greifen nahe.

Nach dem der erste Teil der neuen Eternal Riders Serie von Larissa Ione ein Jahr lang in meinem Bücherregal auf das Ende der Demonica - Reihe warten musste, konnte ich nun endlich Ares und Caras Geschichte lesen. Die neue Serie baut auf den Geschehnissen des FinalesDemonica: Tödliche Verlockung auf. Die Autorin selbst sieht die Reihe eigentlich als ganzes an, da sie auch im gleichen Universum spielen und die Mitarbeiter des Underworld Generals ihre kleinen Handlungsparts abbekommen.

Ich war ganz begeistert, wie schon lange nicht mehr, beim Lesen der ersten Seiten. Diese Euphorie war vergleichsweise beim Debüt von Larissa Ione (Demonica: Verführt) für mich zu spüren. Mich störten auch keineswegs die viel kritisierten Fantasyelemente, denn mal ehrlich wie soll die Autorin, denn die Apokalyptischen Reiter plausibel einführen, wenn sie dafür kein Hintergrundwissen liefert. Man kann ihr jedenfalls nicht vorwerfen, dass die Handlung und Charaktere zu schwammig seien. Die Geschichten und Mythologien, welche hier bedient und in das 21. Jahrhundert transportiert wurden, empfand ich als sehr fesselnd und gut erarbeitet. Ein kleines Highlight für mich war der Auftritt von Zerberus und Hades im großen Showdown. Toll fand ich auch, wie die Autorin die Pferde der Reiter erscheinen lässt. Für bestes Kopfkino ist also wirklich gesorgt.

Ein klitzekleiner Wehrmutstropfen war für mich der recht schleppende Anfang von Caras und Ares Liaison und die dadurch entstandenen Längen gerade im Mittelteil.

Doch die beiden Protagonisten haben dies gerade zum Ende hin mehr als aufgehoben, gerade was die heißeren Szenen anbelangt. Ein Plus für die Geschichte bilden auch die drei weiteren Reiter. Zum einen Limos, deren dunkles Geheimnis im nächsten Teil gelüftet werden wird, oder Thanatos, der mit Sex sein Siegel brechen könnte. Doch zum anderen ist da noch Reseph, der als Pestilence die Menschheit schon jetzt mit Krankheiten ausrottet. Ich bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht.

Alle, die die Demonica-Reihe mit Spannung verfolgten, kommen auch an den Apokalyptischen Reitern nicht vorbei. Die Fantasyelemente empfand ich als sehr stimmig und wirklich gelungen. Es geht genauso heiß her wie im Underworld General aber doch auch blutiger und brutaler. Doch wer den Weltuntergang nahen sieht, darf eben nicht zimperlich sein!

Wertung 5/5

Donnerstag, 11. Juli 2013

"Venuskuss - erotische Geschichten" von Daria Charon (ebook)

Daria Charon auf Sparflamme...

Ich gebe es gerne zu, ich liebe die Romane von Daria Charon, welche im erotischen Genre wirklich herausragend sind und mit tollen Charakteren und einer romantischen Liebesgeschichte glänzen.
Da nun länger nichts mehr von ihr zu hören war, musste ich mich gleich auf diese Zusammenstellung stürzen und wurde leider enttäuscht, denn vom typischen Daria - Charon - Charme blieb in den Kurzgeschichten nicht viel übrig.
Insgesamt sind fünf Episoden enthalten und ein Bonus.
Da zwingt zum einen eine Putzfrau einem männlichen Model, mit Hilfe eines magischen Rings, ihren Willen auf, oder ein Blinder wird von einer Minderjährigen verführt.
Beide Geschichten sind recht kurz gehalten und nicht explizit, während ich dachte, jetzt kommt das Ganze endlich in Fahrt und wird interessant, da waren die Episoden auch bereits zu ende.
Die dritte Geschichte erinnert eher an einer Traumsequenz und schildert auf wenigen Seiten die Situation am Morgen nach einem One Night Stand.
Die beiden letzten Storys haben mir da etwas besser gefallen. Die eine handelt von einer Putzfrau, die heimlich in einer Tanzschule, in der sie arbeitet, ihre Tanzfähigkeiten trainiert und dabei von einem Profitänzer überrascht wird. Die letzte Geschichte bekommt als einzige emotionale Tiefe verpasst. Eine Anwältin muss alle zwei Monate ihren Klienten, einen berühmten Schriftsteller, besuchen und wird jedes Mal aufs neue, widerwillig verführt.

In der Bonusepisode zeigt die Autorin dann wieder ihr wahres Talent, denn es ist das erste Kapitel ihres neuen Romans "Die Geliebte des Paschas", welcher im Herbst erscheinen soll. Darin stoßen wir auf alte Bekannte, denn es wird die Geschichte von Lady Serena Dexter erzählt, welche in Flucht aus dem Harem: Erotischer Roman ihre Freundin Kate davor bewahrt mit dem verhassten Karim zurück in den Orient zu kehren. Wann genau das Buch erscheinen wird, steht noch nicht fest. Ich kann es aber kaum abwarten.

Von den Kurzgeschichten war ich größtenteils leider wenig begeistert. Nur die beiden letzten und das erste Kapitel zu "Die Geliebte des Paschas" haben Lust auf mehr gemacht. Daher gibt es von mir leider nur drei Punkte.

Wertung 3/5

Sonntag, 7. Juli 2013

Tom Odell "Long Way Down"

Liebe zu einem einzigen Song - Another Love.

Wann passiert es heute noch, dass man beim bewussten Missachten der Werbepause doch aufhorchen und innehalten muss?
Viel zu selten finde ich und war erstaunt auf einmal "Another Love" wiederzuentdecken. Der Song hatte es vor etwas längerer Zeit schon einmal in die Radios geschafft, konnte sich jedoch leider nicht durchsetzen. Und so wurde ich zum Glück wieder auf Tom Odell aufmerksam. Werbung kann also doch manchmal zu etwas zu Gebrauchen sein!
Als ich mir dann einige Bewertungen durchlas, die durchscheinen ließen, dass "Long Way Down" voller melancholischer Songs ist, griff ich zu, denn das konnte ich gerade ganz gut gebrauchen.
Vorab: "Another Love" ist und bleibt jedoch das Highlight des Albums. Aber der Reihe nach...

GROW OLD WITH ME - Es geht verhalten los und die Dynamik des Songs steigert sich zum Ende hin gewaltig. Ein wirklich nettes Liebeslied mit wunderschönen Lyrics, welches den Chor im Hintergrund nach dem Chorus aber wirklich nicht braucht. 4/5

HOLD ME - ist tatsächlich eines der schnelleren Songs des Albums und verbreitet eine tolle Stimmung. "Hold me" lebt von Toms Stimme, die hier zeigen kann, dass sie nicht perfekt ist, sondern einfach nur einzigartig. 4/5

ANOTHER LOVE - dieser Song treibt mir wirklich die Tränen in die Augen. So schmerzvoll ist die Stimme zu einem Text, der von einer missglückten Liebe erzählt. Ein schlichtes Piano begleitet die Melancholie perfekt. Der im ersten Song etwas störende Chor unterstreicht hier das Feeling des Liedes deutlich besser. Zum immer wieder hören! 5/5

I KNOW - von der Grundstimmung etwas schneller und erinnert doch an HOLD ME. Für mich leider somit ziemlich austauschbar geraten und der Text zeichnet sich auch nicht unbedingt aus. Blieb bei mir deswegen nicht lange im Gedächtnis haften. 3/5

SENSE - ist ein Song, der unglaublich langsam angeht und sich nur wenig steigert. Tom Odell erzählt hier schlicht seine deprimierende Geschichte, man muss bei seinem Akzent und vereinzelten Nuschlern genauer hinhören, begleitet wird dies von leichten Pianoklängen. 3/5

CAN'T PRETEND - zeichnet sich durch seine düstere Grundstimmung aus, welche hier von gospelartigen Klängen begleitet wird. Kein Mainstream und sicher auch nichts für alle Hörenden. 3/5

TILL I LOST YOU - geht sofort ins Ohr, spätestens beim Refrain. Macht, trotz Lyrics, eine gute Laune. Einer der herausstechenden Songs des Albums. 5/5

SUPPOSED TO BE - auch hier muss genau hingehört werden, denn auch dieser Song lebt von seinem Text "Just for a moment I felt so free, all I supposed to be". Es gibt nur wenige Höhen und die altbekannten Drumms und Keys machen daraus eine Runde Sache. 4/5

LONG WAY DOWN - der Titelsong ist einer der wundervoll, melancholischen Songs, die Tom Odell einfach am besten zu Gesicht stehen. Einfach inszeniert mit seiner Stimme, die man am besten als "durch" bezeichnen könnte ... oder gezeichnet von Alkohol, Trauer und wenig Schlaf. 5/5

SIRENS - ist der etwas temporeichere Abschluss mit gewohnt bedrückendem Text und sich stets wiederholendem Thema. Einer der einprägsameren Lieder auf "long way down". 4/5

Mittlerweile lief Tom Odells Debüt 14-mal in meiner Playlist rauf und runter, was ich dabei feststellen musste, ist, dass es mit 10 Songs und gerade einmal 35 Minuten Laufzeit verdammt kurz ist.
Durch ihre Reduziertheit auf Toms Stimme, den sich wiederholenden Pianoklängen und vereinzelten Chorelementen fällt es mir schwer in den meisten Songs eine Eigenständigkeit zu finden. Sie erscheinen austauschbar, was schade ist und sicher nicht dem Künstler würdig.
Mein Highlight ist "Another Lover". Hätte ich mir nur diesen Song gekauft, hätte ich leider so viel nicht verpasst.
Insgesamt hätten die Lieder wohl 4 Sterne verdient, doch auf Grund der Kürze gibt es dann doch nur 3 von mir.

Wertung 3/5

Mein Lieblingssong des Albums

Donnerstag, 27. Juni 2013

"Demonica. Tödliche Verlockung" von Larissa Ione

Ein schlaftödlicher, verlockender Abschluss einer unfassbar fantastischen Buchreihe.

 Schon im vergangenen Teil der Demonica Reihe durften wir Sinnead, Lores Schwester, kennenlernen. Der einzige weibliche Seminus der Unterwelt hat es nicht leicht mit den kürzlich dazu gewonnen, nervigen drei Halbbrüdern, Eidolon, Shade und Wraith. Doch ist das Dasein für eine Sexdämonin nicht schon kompliziert genug, so muss sie sich auch noch mit ihrer Gabe herumschlagen per Berührung Krankheiten zu entfesseln. Dabei setzte sie schon in der Vergangenheit einen Virus frei, der die Werwolfpopulation niedermähte.
Zusammen mit Underworld General Sanitäter Conall soll sie nun aufbrechen und ein Heilmittel entdecken...

Erst einmal: Das Cover ist wunderschön mit der zartrosa Färbung das gelungenste der Reihe und ich bin froh, dass endlich wieder ein weiblicher Rücken zu sehen ist und nicht das ewige, stahlharte Sixpack.

Ich bin etwas zwiespältig an den letzten Band herangegangen. Zwar war ich ganz gespannt auf Sins und Conalls Geschichte, doch war weiterhin präsent in meinem Hinterkopf, dass dies nun der Abschluss einer meiner Lieblingsreihen sein wird.
Larissa Ione hat mich, wie in jedem Buch zuvor, beständig in ihre Welt hineingeführt und mit ihren frechen, humorvollen, heißen und spannenden Stil Sin, Con und die Brüder zum Leben erweckt.

"Demonica. Tödliche Verlockung" lebt ganz klar von seinem Hauptpärchen. Sin ist eine knallharte Profikillerin schlechthin, welche ihre Gegner ohne mit der Wimper zu zucken erledigt, doch ein Problem damit hat Nähe zuzulassen, da sie in ihrem bisherigen Leben immer von den Menschen/Dämonen...naja sagen wir... Personen verlassen wurde, die ihr etwas bedeuteten.
Doch getrieben von ihrem natürlich bedingten, sexuellen Hunger lernte sie den Halbvampir-Halbwerwolf Con kennen. Dieses sehr spezielle "Meet and Greet" war ein kleines Highlight in Lores und Idess Geschichte (Demonica: Versuchung der Nacht).
Con ist auch wirklich ein Prachtexemplar von Protagonist, der in der bisherigen Reihe kleine Auftritte hatte, aber in seiner Art eher noch blass blieb. Larissa Ione hat sich Zeit gelassen seine persönliche Geschichte und Kultur (besonders die Episode im rumänischen Wargdorf) zu offenbaren. Die beiden geben ein höllisches Gespann ab und ergänzen sich perfekt. Auch hier stimmt die Chemie zwischen beiden absolut und es geht wie gewohnt ziemlich heiß her.
Auch die Brüder kommen im Demonicafinale nicht zu kurz und es entstehen einige komische aber auch rührselige Momente rund um das eingliedern ihrer neuen, kleinen Schwester. Ich bin froh, dass Larissa Ione ihre bisherigen Charaktere nicht nach deren Geschichte in der Versenkung verschwinden lässt, sondern dass sie immer noch ein wichtiger Teil der Handlung sind.

Der große Abschluss wurde für mich selten langweilig. Die Rahmenhandlung um das Werwolfvirus und der schwelende Konflikt zwischen beiden Wargspezies zieht sich durch Sins & Cons Geschichte und wie die Apokalyptischen Reiter in die Geschichte eingeführt wurden, war definitiv nicht von schlechten Eltern.

Auch Werwolf Luc kriegt endlich sein Happy - End mit Umwegen. Ich war jedoch verwirrt, als ich las, dass Aegis-Wächterin Karlene und er sich bereits kennengelernt hatten. Dieses spezielle Aufeinandertreffen (mit Folgen) ist mir nämlich nicht im Gedächnis geblieben. Also habe ich nocheinmal nachgelesen und tatsächlich beschreibt Larissa Ione es in Demonica: Fluch des Verlangens auch nicht, sondern Luc erwähnt dort nur kurz gegenüber Kynan, dass er sie für eine Viertelstunde will, damit er den Wächtern als Gegenleistung nicht ihr Geheimnis anvertraut. Aber das dazu.

Mein Wehmut über das vermeintliche Ende einer meiner Lieblingsreihen konnte also geschmälert werden mit der Aussicht, dass Larissa Ione in ihrer Unterwelt eine neue Reihe angesiedelt hat . Endlich kann ich dann auch zu Eternal Riders: Ares greifen, welcher seit Veröffentlichung in meinem Regal vor sich hin staubt, da dieser Teil auf Demonica 5 aufbaut.

Ich habe wirklich nichts zu meckern und bin rund um glücklich mit diesem würdigen Finale einer der besten Paranormal Romance Serien. Wer, wie ich Sin und Con bereits liebgewonnen hatte, kommt auch an ihrer Geschichte nicht vorbei. Wer noch zögert, sollte den beiden eine Chance geben, für mich war es mit der beste Teil der Reihe.

Ps: Larissa Ione hat verlauten lassen, dass sie Reavers Geschichte auch noch erzählen will. Das Buch des Engels erscheint im Englischen am Ende des Jahres. 

Wertung 5/5

Sonntag, 16. Juni 2013

"City of Lost Souls" von Cassandra Clare

Solide, spannend, frustrierend - Jace & Clary, die Fünfte!

 Endlich nach über einem Jahr des Wartens geht es mit „City of Lost Souls“ in der New Yorker Unterwelt weiter. Der gigantische Cliffhanger aus dem vergangenen Band versprach wieder massig Zündstoff für diese Handlung:

Nach dem Lilith Sebastian und Jace auf magische Weise miteinander verbunden hatte, sind sie nun zu einer Person in zwei unterschiedlichen Körpern geworden. Was der eine fühlt, passiert auch dem anderen, was der eine will, muss auch der andere haben. Stirbt Sebastian, so stirbt auch Jace. Nachdem Jace zwei Wochen lang spurlos verschwunden war, kehrt er zu Clary zurück, doch diese erkennt schnell, dass Jace mit ihrem verhassten Bruder verbunden ist und setzt alles daran, ihn wieder in seinen normalen Zustand –sebastianfrei- zurückzubringen…

Eine Menge Zündstoff steckte also drin in der Handlung, doch irgendwie wollte er nicht immer in die Luft gehen.
Es fängt schon damit an, dass die Story etwas Zeit und Raum braucht, um in Fahrt zu kommen. Bei fast 700 Seiten ist dies auch nicht wirklich verwunderlich, aber zu Gunsten des Erzähltempos hätten es auch ruhig 100 weniger sein können.
Cassandra Clare nimmt sich auch die Seiten, um sämtlichen Liebenden der Geschichte noch einmal Raum zur vollen Körperentfaltung zu geben. Dies ist für die Fans der Reihe natürlich besonders schön zu lesen.
Ein großes Plus der Serie sind auch immer wieder die Ausflüge ins Reich der Schattenweltler, ob nun hier Vampirin Camille Alec und Magnus das Leben schwer macht oder die Feenkönigin Clary einen Handel vorschlägt und sie nicht ganz uneigennützig berät. Ich liebe einfach diese zwielichtigen Wesen!

In diesem Teil wird die Erzählperspektive öfter als gewohnt gewechselt, sodass sämtliche Schattenjäger, Jocelyn, Simon und sogar die Werwölfe Maia und Jordan zu Wort kommen. Einige mag dies auf eine harte Geduldsprobe stellen, wenn man doch eigentlich nur erfahren will, was nun zwischen Clary und Jace passiert. Dieser Handlungsstrang war für mich das größte Manko der Geschichte.
Leider, blieb das große Herzklopfen der letzten Bände zwischen unseren Protagonisten aus. Dadurch, dass Jace nur ein Schatten seiner selbst ist, fehlt ihm der witzige und liebenswerte Charme. Außer Küssen passiert zwischen den beiden nichts und der Hammer am Ende dürfte auch für einige Frustration sorgen und das nicht nur bei Clary… aber lest selbst!

Der nunmehr fünfte Band der Chroniken der Unterwelt ist trotz einiger Längen gewohnt spannend und weiß dank Cassandra Clares tollem Schreibstil zu fesseln. Doch es steckt auch einiges an Frustrationspotenzial in ihm, sodass meine ganzen Hoffnungen nun auf den letzten Teil der Reihe liegen.
„City of Lost Souls“ ist ein solider Mittelteil, wobei mich „the Clockwork Prince“ aus dem Prequel „Chronik der Schattenjäger“ mehr zu überraschen und beeindrucken wusste. 

Wertung 4/5