Donnerstag, 23. Februar 2017

Drachennächte | Dragon Rider Weekend von Callie Ray Harper

Auf Lovelybooks durfte ich mal wieder an einer Leserunde des Drachenmondverlags teilnehmen. Dies ist mittlerweile meine 2. Drachennächte-Kurzgeschichte, die von den Autorinnen des Verlags unter einem Pseudonym veröffentlicht werden. 
Hier gehts zur ersten Rezension einer Drachennacht...
Hinter "Dragon Rider Weekend" verbirgt sich meine 2.male/male-Story in diesem Monat, oh oh, da wird doch nicht etwa jemand auf den Geschmack kommen...

Musiker Shawn hat sich eine kreative Auszeit in seinem Landhaus genommen, als der Wasserhahn zu tropfen beginnt. Kurzerhand ruft er Klempner Theo, der mit seinem alten Truck raus zu Shawn fährt und fast einen Unfall baut als er den nackten Musiker aus dem See steigen sieht. Zwischen beiden beginnt ein homoerotisches Katz-und-Mausspiel.

Die Kurzgeschichte ließ sich sehr flott in einem Rutsch durchlesen, das lag an ihrer Kürze, aber noch viel mehr am flüssigen und humorvollen Schreibstil der Autorin.
Sie hat es geschafft auf wenigen Seiten ihren beiden Protagonisten viel Leben einzuhauchen. Mir gefiel dabei besonders der Kontrast zwischen dem draufgängerischen Musiker Shawn und dem sensiblen Anpacker Theo. Zwischen beiden stimmt die Chemie und ihr freches Herantasten war sehr unterhaltsam zu verfolgen.

In dieser Geschichte dreht es sich nicht allein um die sportlichen Aktivitäten in der Horizontalen, sondern behält auch etwas Drama und Konflikte bereit. Dabei kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Geschichte in ausgebauter Form einen sehr guten Gay Romance Roman ergeben könnte.

Mich hat "Dragon Rider Weekend" aufgrund seiner Figuren sehr gut unterhalten. Die Geschichte macht Lust auf mehr.

5/5

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Mittwoch, 22. Februar 2017

Buchtipp | Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser

Es ist nicht mal eine Woche her, als ich meine allererste Bookish Prophet Box auspackte und dieses Schmuckstück von einem Hardcover in den Händen hielt. "Emma, der Faun und das vergessene Buch" entstand als Hommage an, die vor 200 Jahren verstorbene Erfolgsautorin, Jane Austen. Ich liebe Jane Austens Romane, die zu ihrer Zeit bahnbrechend waren und noch heute viele Menschen inspirieren. Ich war daher wahnsinnig gespannt, wie viele Anspielungen und Details im Jugendbuch zu finden sein würden.
Emma ist 16 und liebt ihr Leben als Internatsschülerin in den altehrwürdigen Gemäuern Stolzenburgs. Ihr Vater ist der Schulleiter und so kommt es, dass sie die Eliteschulen mit Neureichen und altem Geldadel-Sprösslingen besucht. Als sie eines Tages einen Buchclub  in der alten Bibliothek gründet, entdeckt sie dabei eine geheimnisvolle Chronik, die den Alltag der Stolzenburg über die Jahrhunderte hinweg begleitet. Emma nimmt sich vor diese fortzuführen und muss feststellen, dass alles was in ihr geschrieben steht, wahr wird. 

Ich war von den ersten Seiten an verliebt in das zauberhafte Setting. Das Internat ist ein alter Anwesen, welches mit coolen Ergänzungen, wie Sportplätzen und Schwimmhalle, den Schülern eine ziemlich gute Zeit bereiten kann. Emma konzentriert sich dabei lieber auf Organisatorisches und hilft bei den verschiedensten Schulpartys und Bällen aus. Dem nicht genug gründet sie ihren eigenen Buchclub mit ihren Freundinnen. Solch einen Schulalltag hätte ich auch ziemlich toll gefunden. Als Emma dann auch noch eine alte Chronik in die Hände fällt, in der von einem mysteriösen Faun die Rede ist, nimmt das Abenteuer ihren Lauf.
Dabei muss sich die 16-Jährige mit dem arroganten Darcy herumschlagen, der sich auf Zwischenreise befindend im Internat umsieht, da dort vor 4 Jahren seine Zwillingsschwester verschwand.

Mir gefielen die unterschiedlichen Handlungsstränge sehr, denn sie ließen keine Langeweile aufkommen. Die Autorin schaffte es dabei sehr gut verschiedenste Fährten auszulegen, sodass ich bis zum Schluss nicht wusste, was es mit der Chronik bzw. dem Faun auf sich haben würde. Endlich mal wieder eine Jugendbuch, dass nicht so vorhersehbar war.

Mechthild Gläser hat einen sehr schönen und flüssigen Schreibstil. Dabei fielen mir immer wieder einige Wendungen ins Auge, die an Jane Austens Werke angelehnt waren.
Auch ihre Figuren besaßen verdächtige Charakterzüge, was mich sehr freute, da ich während des Lesens einiges aus "Stolz und Vorurteil" und "Emma" wiedererkannte.

Wer die Romane oder Verfilmungen kennt, wird gerade zwischen Emma und Darcy die Parallelen zu "Stolz und Vorurteil" erkennen. Daraus ergaben sich Szenen, die für mich ein Highlight des Buches waren.

Einziges Manko ist für mich, dass ich die Anziehungskraft zwischen Emma und Darcy nicht spüren konnte. Beide treten natürlich das Erbe großer literarischer Figuren an und können es einfach nicht schaffen diesen gerecht zu werden. Wobei Emma eine wirklich tolle Protagonistin ist, die sich zu helfen weiß. Ihr gegenüber blieb Darcy recht blass.

Dennoch ist "Emma, der Faun und das vergessene Buch" von Mechthild Gläser ein wundervolles Jugendbuch, welches aus einer fantastischen Idee geboren wurde und eine der größten Schriftstellerinnen zu ihrem Jubiläum ehrt. Fans von Jane Austen kommen hier auf ihre Kosten. Alle anderen können hier in ein spannendes Buch mit grandiosem Setting und tollen Figuren eintauchen.

5/5

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Sonntag, 19. Februar 2017

Teil 1 | Dark Swan. Sturmtochter von Richelle Mead

Richelle Mead zählt zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Nachdem ich ihre Vampire Academy- und Bloodlines-Reihe verschlungen habe, aber auch Georgina Kincaid vergöttere, war es nur eine Frage der Zeit bis ich mit ihrer Dark Swan-Serie beginnen würde. 
Eugenie Markham ist eine der gefährlichsten Schamaninnen weltweit. Alle Wesen aus der Unter- und Anderswelt müssen sich vor ihr in Acht nehmen. Ihr neuer Fall bereitet ihr allerdings Kopfzerbrechen. Ein junges Mädchen wurde von Feenwesen verschleppt und in der Anderswelt gefangen gehalten. Eugenie bleibt keine andere Wahl, um das Mädchen zu retten, muss sie selbst in die Anderswelt eindringen und erfährt dabei ein paar wichtige Dinge über ihre Herkunft...

Das Cover ist noch aus der Zeit, als LYX es noch nicht ganz so raushatte, wie man moderne Cover gestaltet, aber der erste Teil einer 4-bändigen Reihe ist ja mittlerweile auch schon 7 Jahre alt. Ich griff allerdings nicht wegen des Covers oder der Feen/Feinen-Thematik zum Buch, sondern weil es aus der Feder von Richelle Mead ist.

Ich war sehr überrascht, wie erwachsen diese Geschichte ist. Der Klappentext hatte mich nicht darauf vorbereitet, dass unsere Protagonistin tatsächlich mehr Bettsport betreiben würde als Sexdämonin Georgina Kincaid aus der Succubs Blues-Serie. Das empfand ich keines Wegs als störend, nur könnte man die Reihe beim Betrachten der Cover auch problemlos als Jugendbücher einordnen.

Erst spät erfahren wir das Alter der Protagonistin. Eugenie, oder Odile Black Swan, ist 26 und ziemlich gut im Vertreiben von Geistern und dämonischen Wesen von der Erde. Als Schamanin ist sie mit magischen Fähigkeiten ausgestattet, die es ihr erlauben in die Unterwelt, aber auch in das Reich der Feinen, die Anderswelt, einzutauchen.

Ich mache seit "Plötzlich Fee 1" einen Bogen um Romane mit Elfen-/Feenwesen. Ich mag diese fiesen, aber wunderschönen Wesen einfach nicht sonderlich. 
Richelle Mead konnte mich allerdings von ihrem Weltenentwurf begeistern. Wer viel in dieser Thematik liest, wird wohl kaum etwas neues erfahren haben, doch mich konnte die mittelalterliche Anderswelt mit den prunkvollen Feenhöfen gut unterhalten. Außerdem streut die Autorin einige Fabelwesen aus unterschiedlichsten Mythologien ein, die Eugenie an den Kragen, bzw. die Unterwäsche wollen. Warum das Ganze, wäre hier zu viel verraten.

Richelle Mead hat es einfach drauf, starke und sympathische Protagonistinnen zu erschaffen. Ich mochte Eugenie sehr und freue mich darauf, sie auf ihren weiteren Abenteuern zu begleiten.

Doch auch die Nebenfiguren mit ihren unfreiwilligen Schutzgeistern empfand ich als innovativ. In der Anderswelt lernt Eugenie viele verschiedene hochrangige Feenwesen kennen. Besonders hat es mir da Dorian angetan. Ich bin gespannt, was uns bei ihm noch erwarten wird. Die Feinen sind ja mit Vorsicht zu genießen und es ist nicht immer alles wie es scheint. Ich denke, dass in den Folgebänden noch einige böse Überraschungen passieren werden.

Zwei Dinge haben mich bei diesem Auftakt gestört. Zum einen war es, die stellenweise ziemlich langatmige Handlung. Im Mittelteil herrscht mächtig Langeweile im Reich der Feen, während sich zum großen Finale die Ereignisse überschlagen. Ich hätte mir da etwas mehr Ausgewogenheit gewünscht.
Zum anderen bin ich mit Eugenies Loveinterest nicht warm geworden. Richelle Meads männliche Helden sind mitreißende Kerle, die ich mit viel Herzschmerz und Herzklopfen verbinde. Wenn ich bisher an Kiyo denke, muss ich ersteinmal nachschauen, wie er überhaupt geschrieben wird. Zwischen dem Fuchswandler und Eugenie war die Anziehung von der ersten Minute da, ohne dass ich es allerdings spüren konnte. Das hat mir sehr gefehlt. Außerdem leistet sich der Gute im Laufe der Handlung einen großen Schnitzer, sodass ich aktuell denke, dass Eugenie mit Feenkönig Dorian um einiges besser beraten wäre.  

"Sturmtochter", der erste Teil der Dark Swan Reihe von Richelle Mead ist ein unterhaltsamer Auftakt mit vielen Überraschungen und ein paar Schwächen. Die Autorin hat es im Blut tolle Heldinnen und komplexe Fantasy zu erschaffen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
4/5

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Freitag, 17. Februar 2017

Teil 4 | Der dunkle Herzog von Jennifer Ashley

Eleanor hatte das große Los gezogen als Lord Hard MacKenzie um ihre Hand anhielt. Als sie von seinen dunklen Geheimnissen erfuhr, warf Eleanor ihm den Ring vor die Füße.
Einige Jahre später steht sie allerdings wieder vor seiner Tür, im Gepäck skandalöse Fotos, die ihn um das Amt des Premierministers bringen könnten.

Im letzten Jahr habe ich die Highlander Reihe von Jennifer Ashley für mich entdeckt. Da der LYX-Verlag aktuell nach und nach sämtliche Historicals einstampft, hieß es für mich mit viel Wehmut und Genuss zum mittlerweilen vierten Band um Eleanor und Hart zu greifen.
Beide hatten im vorherigen Teil eine wunderschöne und sehr emotionale Szene, daher war ich wahnsinnig gespannt, wie sich ihre Geschichte gestalten würde.

Hart ist der älteste Bruder der MacKenzies und als Lord von Kilmorgan lastet all die Verantwortung auf seinen Schultern. Doch Hart sehnt sich nach Veränderung, er strebt das Amt des Premierministers an, um Schottland endlich von England loszueisen, wenn ihm das gelungen ist, will er seinen Triumpf seiner großen Liebe Eleanor zu Füßen legen. 
Doch Eleanor hat ihre eigenen Pläne und zeigt Hart seine Naktbilder, die ihr anonym zugesandt worden. 

Bereits auf den ersten Seiten war ich wieder in die Geschichte der MacKenzies gefangen genommen. Jennifer Ashley bewies mal wieder ein treffsicheres Händchen für tolle Protagonisten und eine dramatische Figurenkonstellation. Eleanor ist eine verarmte Lady aus gutem Hause, die ihrem Herz folgte und Hart ursprünglich verließ als sie von seinen Frauengeschichten erfuhr. Jahre später ist sie eine wunderbare Frau mit Hang zu Süßem und einer Schwäche für Kilts. Sie hat ihren ganz eigenen Kopf und macht es Hart erneut schwer, sie in eine Richtung zu pressen.
Hart ist ein beherschter Politiker, der ganz genau weiß, was er will und dies mit allen Mitteln durchsetzt. Er geht ganz nach Kalkül vor und muss erst noch erkennen, dass seine Rechnung nicht immer auf geht.
Das gefiel mir richtig gut und war eine neue Facette in der MacKenzie-Saga. Die Protagonisten sind nicht austauschbar und so lebendig, was die Reihe einfach zu etwas ganz besonderem macht, das viel besser ist, als das meißte, was LYX aktuell auf den Markt bringt. 

Unschlagbar waren auch wieder die Auftritte der ganzen MacKenzies, allen voran natürlich Ian, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.
Die Handlung ist spannend und nimmt eine etwas andere Wendung. Jennifer Ashley hat es heraus, wunderbare Unterhaltung zu schreiben und von mir aus könnte es ewig so weitergehen, da ich es liebe in die vergangenen Tage der schottischen Highlands und englischen Gesellschaft einzutauchen.

"Der dunkle Herzog" ist der hochemotionale, romantische und spannende 4. Teil der MacKenzie Reihe von Jennifer Ashley. Eleanors und Harts Liebesgeschichte hat ihre eigenen Gesetze und zeigt, dass Liebe manchmal ungewöhnliche Wege gehen muss.

5/5

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Unboxing | Bookish Prophet Box Februar 2017

Auf Facebook habe ich im letzten Monat etwas neues und ziemlich cooles entdeckt, nämlich eine Bücherbox. Ähnlich wie die Owlcrate Box im englischsprachigen Raum ist nun auch in Deutschland eine Box für Bücherwürmer erhältlich. Jule von Bookish Prophet ist dabei allerdings nicht die einzige, die bisher so ein Projekt auf die Beine stellte, doch ihr Konzept sprach mich bisher am meisten an und so bestellte ich mir die Februarbox mit dem Thema "Fantastic Beasts". Also folgen wir doch mal meinen beiden Funko Pops Niffler und Newt und schauen, was drinnen ist...


Mittwoch, 15. Februar 2017

Bromance | Chasing Home von Abbi W. Reed

Auf Lesejury.de konnte ich an der Leserunde zu "Chasing Home" der österreichischen Autorin Abbi W. Reed teilnehmen. Das Besondere an dem Titel ist, dass es sich um waschechte Male-Male / Gayromance handelte, ein Genre, was nicht sehr oft auf meinem Nachttisch landet. Doch dem nicht genug, kriegen wir es auch noch mit Stiefbrüdern zu tun, eine explosive Mischung...
Bildquelle


Lincoln ist ein erfolgreicher Thrillerautor in New York, als er eines Tages einen Anruf erhält, muss er sich in das ländliche Iowa aufmachen, denn sein Vater ist verstorben. Dieser verließ Linc und seine Mutter vor vielen Jahren. Als er schließlich am Haus seines Vaters ankommt, staunt Lincoln nicht schlecht, als ihm sein unbekannter Stiefbruder die Tür öffnet. Zwischen Chase und ihm fliegen sofort die Fetzen, auf die ein oder andere Art...

Nach dem Black Dagger Teil um Quinn und Blay, war dies erst das zweite Buch für mich mit rein männlichen Protagonisten. Ich empfand es als angenehme Abwechslung zu all den großen Dramen, die die Damenwelt im Contemporary Romance Genre gerne mal produzieren. Ganz ohne Drama und Zickerein kamen aber auch Lincoln und Chase nicht aus. Beide sind sehr leidenschaftliche Charaktere und so geht es zwischen ihnen sehr schnell heiß her. Die Autorin hat dabei ein Händchen bewiesen und ihre erotischen Szenen niveauvoll gestaltet. Was danach folgt sind einige Missverständnisse und Zickerein der beiden, wie ich es nicht unbedingt von ihnen erwartet hätte.

Der mögliche Konflikt bezüglich ihrer Stiefbrüderschaft steht nicht im Vordergrund. Es ist schließlich auch nicht verboten sondern ebnet die Fläche für einen wichtigen Punkt der Handlung. Die Beziehung der beiden zu ihrem Vater. Während Lincoln nicht so wirklich um seinen Vater trauern kann, da dieser nie für ihn da war, sieht er an Chase Beispiel wie gut der Verstorbene doch in dieser Rolle war.
Die damit verbundenen Gefühle hat die Autorin sehr gut transportieren können. Mir gefiel ihr flüßiger Schreibstil sehr und auch die kleinen schönen, zärtlichen Momente, die immer wieder zwischen den "Brüdern" passierten.

Was mir schließlich bei "Chasing Home" fehlte, war der ganz große Aha-Moment oder die richtige Überzeugende Emotion zwischen Chase und Lincoln. Beide machen sich unnötigerweise das Leben schwer und ihre Streitigkeiten dominieren die Handlung. Ich hätte mir da lieber den Fokus auf die Familienverhältnisse gewünscht, da auch unter den Müttern einiges an Klärungsbedarf besteht. So wurde ein paar wichtige Punkte nicht weiter erwähnt, was ich schade fand und Chasing Home etwas abrupt enden lässt.

"Chasing Home" ist eine kurzweilige und interessante Lovestory der gleichgeschlechtlichen Art. Mir gefiel der Roman wirklich gut, allerdings lag es an den genannten Punkten, dass es nicht ein phänomenale Leseerlebnis wurde.

4/5

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Freitag, 10. Februar 2017

Abgespaced | Wie Monde so silbern - die Luna Chroniken 1 von Marissa Meyer

Ich hatte der ersten Teil der Luna Chroniken schon zu dessen Erscheinen auf dem Schirm, jedoch schreckte mich bisher das futuristische und leicht abgedrehte Setting ab. Da ich gerade viel Lust hatte, ein gutes Jugendbuch zu lesen, gab ich mir einen Ruck und griff zu diesem wunderschönen Buch.

Mechanikerin Cinder lebt in einer entfernten Zukunft auf einer Erde, die ihre besten Tage hinter sich hat. Doch Cinder hat sich mit ihrer Lebenssituation arrangiert und bestreitet ihren Alltag als Schrauberin, als eines Tages Prinz Kai an ihrem Arbeitsplatz auftaucht. Für Cinder beginnt ein Abenteuer voller Gefahren und einschneidenden Erlebnissen.


Anfänglich hatte ich ein paar Schwierigkeiten mich in das Zukunftsszenario einzufinden, das Marissa Meyer hier zeichnete. Distopien zählen nicht zu meinem Lieblingsgenre. Zum Glück steht dies im Buch auch nicht an erster Stelle. Viel mehr ist das Jugendbuch ein Märchen im futuristischem Gewand. 
Hinter Cinder verbirgt sich das klassische Märchen von Aschenputtel aka Cinderella.

Nur ist Cinder nicht wie das klassische Aschenputtel ein Mensch, der mit seiner bösen Stiefmutter kämpft, sondern ein Cyborg, der unter dieser Frau leidet. Ich fand es zunächst gewöhnungsbedürftig, dass unsere Protagonistin ein Cyborg, halb Mensch - halb Maschine, ist. So etwas habe ich bisher noch nicht gelesen, doch Cinder konnte mich schließlich doch mit ihrem Charakter abholen, sodass ich sie einfach mit ihren mechanischen Körperteilen und Softwarefehlfunktionen akzeptieren konnte.

Prinz Kai ist ein herzensguter Herrscher, der nichts von Cinders Cyborgqualitäten weiß. Zwischen beiden entspinnt sich eine sehr zarte Liebesgeschichte. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Input und Emotionen erwartet. Ich habe bei Cinder einfach nicht spüren können, dass sie für Kai unbedingt zum Ball muss, nur um ihn endlich wiederzusehen.

Ich finde, dass sich die Autorin eine ziemlich clevere und abgedrehte Märchenadaption überlegte, die sie während der ganzen Handlung nicht aus den Augen verlor. Irgendwie weiß man stets, was einen erwarten würde gleichzeitig schaffte sie es die Geschichte in diesem andersartigen Setting nicht langweilig werden zu lassen.

Schade finde ich, dass ich schon sehr früh ahnen konnte, was es mit Cinders wahrer Identität auf sich hatte. Der große Knall am Ende war für mich somit keiner.
Das Ende war daher auch eher enttäuschend, da es offener nicht sein könnte. Genauso gut hätten nun noch 100 Seiten folgen können, die Cinders Aschenputtelgeschichte auserzählen. Ich muss nun zwangsläufig den zweiten Band lesen, welcher ja mit einer anderen Protagonistin weitergeht. Cinder spielt darin dann eine Nebenrolle.

Wie Monde so silbern ist eine etwas andere Märchenadaption mit Sci-Fi Elementen, die die Geschichte zu etwas besonderem machen. Ich bin nun zwangsläufig gespannt auf den zweiten Teil und verhoffe mir von diesem mehr Emotionen und ein runderes Ende.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann...
4/5