Sonntag, 23. Juli 2017

Time School 1 | Auf ewig dein von Eva Völler

Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als ich vor ein paar Wochen entdeckte, dass die Zeitenzauberreihe von Eva Völler ein Spin-Off bekommen würde. Ich mochte die Zeitreise-Serie unglaublich gerne und war wehmütig über ihr Ende. Umso größer war die Freude, als ich die Zusage zur Leserunde auf Lesejury.de erhielt und dieses Schmuckstück beim mir eintraf.


Anna und Sebastiano, mittlerweile versierte Zeitreisende, stehen vor einem neuen, großen Projekt. Sie eröffnen in Venedig ihre eigene Akademie - die Timeschool. In ihr lernen ihre Novizen das Einmaleins der Zeitsprünge und ihrer Hindernisse. Frisch rekrutiert bereichern Wikinger Ole und Haremsdame Fatima das Team als es zum englischen Königshof Heinrich des VIII. ins Mittelalter geht. Der Auftrag läuft allerdings alles andere als glatt und Anna sieht sich zusammen mit Sebastiano einer ganz neuen Bedrohung konfrontiert.

Zuerst muss ich einfach erwähnen, wie wunderschön gestaltet das Hardcover doch ist. Das Cover ist ein Hingucker und der Schutzumschlag besitzt einen beeindruckenden Glanzeffekt. Ziemlich erstaunlich, dass die Ausgabe da nicht teuerer als 15 Euro ist. Großes Lob an den One-Verlag!

Doch nun zum wichtigesten Teil: Wie gefiel mir der Start der Spin-Off-Reihe?
Auf den ersten Seiten schaffte es Eva Völler mich wieder mit ihrem angenehm leichten Schreibstil in ihre Welt zu entführen. Ich hatte Anna und Sebastiano sowie die Idee der Zeitreisenden vermisst. Bei mir war es drei Jahre her als ich den letzten Teil las, daher konnte ich mich nicht mehr an alle Begebenheiten erinnern. Zum Glück bekam ich in den ersten Kapiteln direkt eine kleine Auffrischung.

Mir gefällt die Idee mit der Zeitreiseschule ausgesprochen gut. Besonders spannend ist, dass die Schüler aus verschiedensten Zeiten und Kulturen abgeholt werden. Wikinger Ole lernte ich bereits in der Kurzgeschichte zum Beginn der Reihe kennen. Ole ist ein Kerl, wie ein Baum. Nur das Bäume sicher bessere Manieren haben als er. Ole hadert nämlich mit der Emanzipation der Frau und so entstanden ein paar unterhaltsame Dialoge.
Interessant fand ich auch Fatima, die nicht mit ihren Reizen geizt, um mit ihren Aufträgen erfolgreich zu sein. Zu ihrer Vorgeschichte ist eine weitere Kurzgeschichte geplant.
Ich muss gestehen, dass ich zu beiden Charaktären und dem Schulalltag viel mehr Input erwartet hätte. Ich hätte mir mehr Zwischenmenschliches bei den neuen Charaktären gewünscht, aber auch mehr Informationen zu ihrer Ausbildung und dem Schulalltag.

Eva Völler konzentrierte sich im Auftakt der Reihe viel mehr auf Anna und Sebastiano und ihre Probleme. Beide sind älter geworden und wollen heiraten. Also findet die Geschichte auf einer körperlichen Ebene statt und ist nicht immer nur ein unschuldiges Jugendbuch. Das hat mir gut gefallen. Auch die angeschnittene Problematik zwischen ihnen finde ich sehr spannend und freue mich darauf mehr zu erfahren.

Das Setting mit dem Hof Heinrich des VIII. war sehr spannend. Mir gefiel die Umsetzung richtig gut, da der König mit seinen 6 Ehefrauen ein interessanter und streitbarer Mann war. Außerdem sehen wir im Mittelalter alte Bekannte wieder und die Misere beginnt ihren Lauf zu nehmen.

Damit einhergehend folgt nun ein spoilerbehafteter Abschnitt zu dem Punkt des Buches, der mich am meisten störte. Achtung!
Ich habe den Handlungsstrang mit den Dämonen und ihrer eigenen Daseinsebene nicht kommen sehen. Woher auch? Wer die Zeitenzauber-Reihe kennt, weiß, dass Dämonen in ihr keine Rolle spielen und eigentlich auch nicht in das komplexe Zeitreiseuniversum hineinpassen. So fand ich die Umsetzung auch etwas unglücklich und wenig plausibel. Warum tauchen die Dämonen ausgerechnet jetzt auf? Wieso hat niemand zuvor etwas geahnt? Und was sollten sie tatsächlich zur Geschichte beitragen?
Die Zeitreisewelt ist so komplex, ich brauche zu ihrer  Ergänzung definitiv keine Dämonen! Wenn Anna und Sebastiano von Zeitwächtern zu Schattenjägern werden, fände ich das sehr unglücklich! Dieser Handlungsstrang verdrängte einfach die wichtigen Themen, wie die Akademie und die Probleme und Entwicklungen der Protagonisten.

Für Fans der Zeitenzauber-Trilogie ist "Auf ewig dein" natürlich ein Muss. Ich würde auch empfehlen die Reihe zu kennen, um sich direkt im komplexen Universum von Anna und Sebastiano zurecht zu finden. Eva Völler schaffte es, mich direkt wieder mit ihrer Geschichte abzuholen, doch leider verlor sie für mich im Laufe der Handlung den Fokus für die wichtigen Dinge und erschuf ein Handlungselement, auf das ich lieber verzichtet hätte!

4/5

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Donnerstag, 20. Juli 2017

Top Ten Thursday #322 | Es wird tierisch!

Bei Bücher-Bloggeria habe ich den Top Ten Thursday entdeckt. Steffi erstellt dort jeden Donnerstag ein Motto für eine Top 10 Liste. Das aktuelle Motto brachte mich dazu, mich zum ersten Mal an der Aktion zu beteiligen.


Das heutige Motto lautet:

10 Bücher, auf dessen Cover ein Tier abgebildet ist.


Was für ein tolles Thema, da muss ich einfach mitmachen! Also habe ich mal in meinen Bücherregalen gestöbert und ein paar besonders schöne Exemplare mit tierischen Haupt- oder Nebendarstellern herausgesucht.


Diese beiden blauen Schönheiten sind richtige Hingucker, auch wenn ein "Sternenbild-Waschbär" und Niffler nicht gerade "klassische Tiere" sind, passt es für mich doch.


Bei der Silbertrilogie von Kerstin Gier findet man Tiere gleich doppelt und dreifach. Auf dem Cover und darunter. Besonders ansprechend sind sie ja alles gestaltet und hier und da entdeckt man immer wieder ein neues Wesen mit vier Pfoten oder Flügeln.


Ich liebe die Tiger-Fluch-Reihe von Colleen Houck! Nicht nur die wunderschönen Cover mit den Tigern haben es mir angetan, sondern auch die Geschichte.

Coverrechte beim Drachenmond Verlag
Und zum Schluss möchte ich euch noch ein Cover zeigen, dass auch meiner Wunschliste steht. Katzen lassen mich immer wieder vor Begeisterung aufquietschen und so ist dieses Buch im Automodus auf meiner Wunschliste gelandet. Was für ein außergewöhnlich schönes Cover!

Welches gefällt euch am besten?

Samstag, 15. Juli 2017

Flop | Paper Prince von Erin Watt

Im März hatte ich den ersten Teil "Paper Princess" gelesen und war nicht sicher, wie ich die Geschichte bewerten sollte, ich war enttäuscht, einem Hype aufgesessen und ein wenig fasziniert, da ich gerne erfahren wollte, wie es weitergeht. Als mir nun die Fortsetzung bei Tauschtiket über den Weg lief, habe ich kurzerhand zugeschlagen und bereits nach den ersten Seiten bereut, dass ich mir die Charaktere ein weiteres Mal freiwillig antue.


Reed tat etwas unverzeihliches und so ist Ella auf den Weg nach nirgendwo. Daheim im Royal Palace gehen sich die 6 Royal-Männer mal wieder gegenseitig an die Gurgel aus Sorge um Ellas Verschwinden. Als ein Privatdetektiv die Schülerin schließlich aufspürt und Heim bringt, scheint alles wieder in Ordnung zu kommen, bis die "böse Stiefmutter" wieder auf der Bildfläche erscheint.

Der Cliffhanger von Band eins war fies, doch sehr schnell auf den ersten Seiten wieder aufgelöst. Teile des Buches sind aus Reeds Perspektive verfasst, was mir meinen ersten Eindruck von ihm bestens bestätigen konnte. Reed ist wirklich ein notgeiler, aggressiver Idiot mit eigenartiger Moral. Seine Gedankengänge waren zum Fremdschämen. Klar gibt es solche Teenager, die denken, reden und sich aufführen wie er. Aber warum müssen die Autorinnen dies so verherrlichend darstellen?
Es gibt genug junge Mädchen, die diese Reihe lesen und denken könnten, dass es ok ist, sich von solchen Typen schlecht behandeln zu lassen, nur weil sie toll aussehen und vielleicht viel Geld haben.

Ella ist auch so ein Paradebeispiel einer missratenen Protagonistin. Im ersten Teil konnte ich sie noch halbwegs verstehen, doch hier kommt sie von einem Extrem ins nächste. Sie findet Reed so heiß und möchte sich am liebsten auf ihn werfen, doch zuerst muss sie sämtlich Leute, die sie schräg anschauen zusammenschlagen. Es war einfach nur anstrengend und unreif und nervig. Auch hier bin ich mir sicher, dass es solche Mädchen gibt, das Schlimme ist, wie die Autorinnen mit ihren Charakteren umgehen. Sie bekommen einfach nicht die Quittung für ihr Verhalten, sodass die Botschaft des Buches ganz klar ist: Bekämpfe Gewalt mit noch mehr Gewalt.

Die Geschichte ist kein bisschen romantisch. Reed und Ellas Verbindung scheint nur auf ein körperlicher Ebene stattzufinden, was sich hauptsächlich in Oralverkehr für ihn äußert. Es war einfach nur so dermaßen daneben was in diesem Buch passiert.

Handlungstechnisch war dies nicht wirklich viel. Neben den High School Schlägerein und Intrigen innerhalb der Familie passieren keine weiteren Entwicklungen. Das Buch war größtenteils einfach nur Langweilig. Im letzten Kapitel überschlagen sich jedoch wieder die Ereignisse. Eines muss ich den Autorinnen lassen, sie können böse Cliffhanger entwickeln. Doch das ist einfach viel zu wenig. Ihre Charaktere sind erschreckend, die Handlung total daneben, die Geschichte sendet die falsche Botschaft und der Schreibstil war streckenweise auch zum Fremdschämen.

Ich bin wirklich enttäuscht von der bisherigen Reihe, dabei habe ich damals einige positive Stimmen zu Paper Princess gehört. Ich frage mich, ob diejenigen eine andere Geschichte gelesen haben. Für mich endet die Reihe hier.

1/5

Dafür will ich keinen Link zu Amazon setzen!

Donnerstag, 13. Juli 2017

Top Ten Thursday #321 | Meine Leseliste für den Sommer

Bei Bücher-Bloggeria habe ich den Top Ten Thursday entdeckt. Steffi erstellt dort jeden Donnerstag ein Motto für eine Top 10 Liste. Das aktuelle Motto brachte mich dazu, mich zum ersten Mal an der Aktion zu beteiligen.

Das heutige Motto lautet:

10 Bücher, die Du im Sommer lesen möchtest.


Mittwoch, 12. Juli 2017

Highlight | Fangirl von Rainbow Rowell

Auf Vorablesen.de hatte ich das Glück den neuen Roman von Rainbow Rowell zu erhalten. Wobei "neu" relativ ist, denn das englische Original erschien bereits 2013 und schlug dermaßen ein. Ich war neugierig, wie mir mein erstes Buch der Autorin gefallen würde, das so viele Begeisterungsströme ausgelöst hatte.

Cath gab es bisher nur im Doppelpack, doch kaum ist die High School vorbei und das Collegeleben beginnt, da nabelt sich ihre Zwillingsschwester Wren von ihr ab. Cath flüchtet sich während ihrer einsamen Tage in der neuen Umgebung in die magische Welt von Simon Snow. Die 18-Jährige schreibt erfolgreich Fanfiction und begeistert damit tausende Leser. Lesen und Schreiben, das ist Caths wahre Passion, besonders dann, wenn es im richtigen Leben gerade nicht so läuft.

Im Vorfeld wurde schon viel über das deutsche Cover gesprochen. Gerade im Vergleich zu den englischen Ausgaben, erscheint es doch sehr einfach. Ich muss sagen, als ich das Buch in der Hand hielt, war ich vom Cover begeistert. Auf den digitalen Fotos kommt nicht so gut heraus, wie filigran die Illustration eigentlich ist. Außerdem gewinnt das Buch durch seinen matten Schutzumschlag, welcher die Grafik wie eine Originalzeichnung erscheinen lässt.

Ich bin ganz arglos an das Jugendbuch herangegangen. Schon in einer Sitzung waren die ersten 70 Seiten dahingeflogen. Rainbow Rowell hat einen sehr einfachen, doch einprägsamen und besonderen Stil. Die Geschichte ist aus Cath Sicht verfasst, was uns die Protagonistin sehr schnell sehr nahe bringt. Ich mochte sie unglaublich gerne. Cath ist in sich gekehrt und eigenbrödlerisch. Sie verliert sich lieber in ihrer Fanfiction als mit ihren Komilitonen zu verkehren.
Doch bleibt dies auch nicht aus, denn Cath teilt sich ein kleines Wohnheimzimmer mit Reagan. Ich fand die Mitbewohnerin einfach klasse! Reagan ist mürrisch und nicht auf den Mund gefallen, aber total liebenswert mit einem tollen Humor. Ihre Zwillingswitze waren grandios!

Durch ihre Mitbewohnerin lernt Cath auch Levi kennen. Er ist so ein erfrischend anderer Loveinterest! Levi ist nicht zwangsläufig heiß und der schönste Typ auf dem Planeten, was toll war. Levi punktet mit seinem Charakter und wickelt so auch Cath ein.
Es war so unglaublich niedlich zu beobachten, wie unbeholfen die beiden sich annähren. Ich fand es grandios und herzerfrischend!

Im Laufe der Geschichte passiert eigentlich nicht wirklich viel, doch das fand ich nicht dramatisch, weil mich das Buch trotzdem perfekt unterhielt. "Fangirl" punktet mit seinen zwischenmenschlichen Problemen. Caths Vater vermisst seine Mädels und überarbeitet sich. Die Mutter verließ die Familie vor 10 Jahren und will sich nun zurück in ihr Leben schleichen. Auch die Problematik mit der Entzweiung der Zwillinge war einfühlsam erzählt.

Das alles in Kombination mit Caths Studienalltag und ihrem Fangirlleben in der Simon Snow Welt war perfekt umgesetzt. Ich glaube, ich wiederhole mich, wenn ich nun über "Fangirl" fangirle und die Charaktere und den Stil der Autorin weiter in den Himmel lobe.

Rainbow Rowells "Fangirl" ist ein Buch, welches seinen Hype wirklich wert ist, wenn man sich auf die Charaktere einlassen kann und ein typisches New Adult-Setting mal in der jugendfreien Version zu schätzen weiß. ;)

5/5

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